Dormagen: Stadt-Lesefee Maria Krücken ist seit einem Jahr im Amt.

Reichlich Termine in Dormagen : Arbeitsreiches erstes Jahr für die Stadt-Lesefee

Maria Krücken war in den ersten zwölf Monaten in ihrer neuen Funktion sehr gefragt. Sie las in zahlreichen Einrichtungen.

Sportlich dürfte Maria Krücken topfit sein. Denn sie kommt meistens mit dem Fahrrad zu Terminen. Und davon gab es im zurückliegenden Jahr reichlich, nachdem sie das Ehrenamt der Stadt-Lesefee übernommen hatte. Wieviele Kilometer sie dafür im Sattel des Drahtesels zurückgelegt hat, ist zwar nicht überliefert, lässt sich aber zumindest erahnen, wenn die Dormagenerin von der Vielzahl ihrer Veranstaltungen erzählt – und von den Einrichtungen, in denen sie vorliest und zur Gitarre singt. Fest steht: Die Stadt-Lesefee ist in Dormagen schon zu einer Institution geworden. Krücken freut sich: „Ich bin stolz, als Stadt-Lesefee zwecks Leseförderung für die Kleinen in unserer Stadt unterwegs zu sein.“

Dafür ist ihr kaum ein Weg zu weit, mit 14 Kindertagesstätten (“Ich bin in jedem Ortsteil aktiv“) arbeitet sie fest zusammen. Das bedeutet ein ordentliches Pensum; in der Regel ist sie an drei Tagen in der Woche unterwegs. „Das geht natürlich nur, weil meine Familie das mitträgt“, sagt Krücken – und ihre Mitarbeiterinnen, die sie tatkräftig unterstützen und zum Beispiel beim Bücher einbinden helfen.

Das Engagement wird von vielen ihrer Mitmenschen gewürdigt. Das findet seinen Ausdruck in großzügigen Spenden von Sponsoren. Zudem nehmen immer wieder Dormagener die Einladung der Stadt-Lesefee an, zu einer ihrer Veranstaltungen zu kommen und dort selbst einmal vorzulesen. Der Erste Beigeordnete Robert Krumbein war schon da und trug die Geschichte „Ich habe einen Freund, der ist Polizist“ vor. Vize-Bürgermeister Michael Dries war dabei, Bürgermeister Erik Lierenfeld ebenfalls. Und immer wieder macht  Krücken mit „ihren“ Kindern Außentermine. Denn es gehört zu ihren Anliegen, den Jungen und Mädchen deren Heimatstadt näherzubringen. So war sie zum Beispiel mit drei Gruppen bei Leiterin Anna Karina Hahn im Kreismuseum in Zons und besuchte außerdem die Stadtbusgesellschaft Dormagen, wo sie von Vertriebsleiterin Andrea Kunz empfangen wurde. Hinzu kommen viele weitere Besuche mit Kindergruppen, zum Beispiel auf den Bauernhöfen der Familien Decker (Hackenbroich), Lüpschen (Horrem) und Heiles (Rheinfeld), wo ebenfalls gelesen und gesungen wurde.

Ihr schönstes Erlebnis? Gar nicht so einfach, Maria Krücken muss kurz nachdenken: „Ich glaube, das war die Sonnenblumenaktion bei Herbert Lüpschen.“ Im Frühjahr hatte sie dort mit Kindern sechs Tütchen Saatgut in die von Lüpschen vorbereiteten Sä-Rinnen verteilt, im Herbst wurde „geerntet“. „Wir haben um die 100 Sonnenblumen geschnitten und verteilt“, erzählt die Stadt-Lesefee, die auch großen Spaß daran hat, den Jungen und Mädchen die kleinen Wunder der Natur zu zeigen. Damit ihr Engagement nachhaltig wirkt, gibt sie den jungen Teilnehmern stets kleine Hausaufgaben auf, damit die sich an ihre Erlebnisse mit der Lesefee erinnern. Als es jetzt an Sankt Martin ums Teilen ging, forderte sie die Kinder auf, das im Alltag selbst zu praktizieren, zum Beispiel mit ihren Buntstiften.

Einen besonderen Wunsch hat Krücken als Stadt-Lesefee auch: „Ich würde gerne einmal mit den Kleinen unserer Stadt in einer Kirche am Altar lesen“, sagt die gläubige Katholikin.

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