Dormagen auf der Immobilenmesse Expo Real 2023 „Smart Industrial City wirkt positiv aufs Image der Stadt“

Dormagen/München · Die Energiepreiskrise und ihre Folgen für Investitionsentscheidungen von Unternehmen waren ein großes Thema bei der Immobilienmesse Expo Real in München. Das trifft auch die Chemieindustrie in Dormagen. Positiv wirkt unterdessen die Digitalisierungsstrategie der Stadt.

Michael Bison, Geschäftsführer der SWD, war für Dormagen auf der Immobilienmesse Expo Real in München unterwegs.

Michael Bison, Geschäftsführer der SWD, war für Dormagen auf der Immobilienmesse Expo Real in München unterwegs.

Foto: Frank Kirschstein

Das Gewerbequartier an der Autobahn 57 und das Wohnquartier Malerviertel III waren die beiden Schwerpunkte der Stadt Dormagen bei der Internationalen Immobilienmesse Expo Real in München, die am Freitag zu Ende gegangen ist. Für die Stadt war SWD-Geschäftsführer Michael Bison bei dem Branchentreffen unterwegs. Die erste Bilanz des Wirtschaftsförderers: Angesichts der Welt- und Wirtschaftslage ist die Stimmung bei Investoren und Projektentwicklern gedämpft.

Rhein-Kreis Neuss auf der Immobilienmesse Expo Real 2023 - Fotos
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Der Rhein-Kreis Neuss auf der Expo Real 2023

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Dennoch sei es gelungen, in der Vergangenheit geknüpfte Geschäftskontakte zu vertiefen und laufende Projekte voranzutreiben. Mit Blick auf den für 2030 geplanten Braunkohleausstieg sieht sich auch Dormagen vom Strukturwandel in der Region berührt, die aktuelle Energiepreiskrise verstärkt noch einmal den Druck. „Für Dormagen würde ich lieber von einem Transformationsprozess als von Strukturwandel sprechen“, sagt Bison.

Die Chemieindustrie sei das wirtschaftliche Herz der Stadt, einst dort angesiedelt wegen der Lage am Rhein und der günstigen Stromversorgung durch die nahen Braunkohlekraftwerke. Der Rhein bleibt, der Braunkohlestrom hat ein Ablaufdatum – die Konsequenz: Auch die energieintensive Chemieindustrie muss Wege suchen, mit nachhaltigen Energien zu produzieren.

Dormagen, so die Erfahrung Bisons auf der Expo Real, stehe aber längst nicht mehr „nur“ für Chemie. Die vor zwei Jahren auf der Expo Real vorgestellte Strategie der „Smart Industrial City“, die Nachhaltigkeit und Digitalisierung verbinde, zeige Wirkung und mache den Standort interessant. „Das Konzept der Smart Industrial City steht für eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Stadt, für Innovation. Das wirkt positiv auf das Image der Stadt“, sagt der SWD-Geschäftsführer. Entsprechend wird auch bei der Bewerbung für das Gewerbequartier an der A57 mit Grundstücken zwischen 3000 und 10.000 Quadratmetern auf die Einbindung in die Smart Industrial City verwiesen.

Dass die Grundstücke dort in Erbpacht vergeben sollen, stößt, so Bison, inzwischen übrigens nicht mehr auf Widerstand, sondern wird eher begrüßt: „Ein Effekt der Hochzinsphase. Bei Zinsen, die gegen null gingen, wollte jeder kaufen, jetzt ist Erbpacht günstiger.“ Das spiele der Stadt bei der Vermarktung in die Karten.

(ki-)
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