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Dormagen: Sieben Aufreger rund um die Haberlandstraße

Bürgergespräch in Dormagen : Sieben Aufreger rund um die Haberlandstraße

Bei der Bürgerversammlung kritisierten viele Dormagener die Baupläne der Stadt: Geringere Höhen und weniger Häuser werden gefordert.

Mehr als 300 Dormagener nahmen beim Stadtteilgespräch mit Bürgermeister Erik Lierenfeld das Angebot zu Information und Austausch in der neuen Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums wahr. Und viele Bürger machten zum Teil sehr emotional und unmissverständlich klar, dass sie die geplante Bebauung des „Beethovenquartiers“ nach Architektenwettbewerb in Höhe und Dichte als zu groß ablehnen: „Wir sind nicht gegen eine Bebauung an sich, aber gegen diese Ausmaße“, konkretisierte Michael Wierich von der IG Mozartstraße: „Wir wollen keinen dritten sozialen Brennpunkt in Dormagen haben.“ Bürgermeister Lierenfeld betonte die Gesprächsbereitschaft der Verwaltung. Die schon abgespeckten Planungen, bei denen Maximalhöhen festgelegt werden, seien noch nicht abgeschlossen: „Hier entstehen auf keinen Fall Hochhäuser wie am Eingang zur Beethovenstraße.“ Er versprach: „Ihre Anregungen und Kritikpunkte werden mit einfließen.“ Nach der mehr als dreistündigen Versammlung sagte Lierenfeld: „Die Widerstände sind spürbar, ihnen müssen wir uns stellen.“ Rund um die Haberlandstraße sind zurzeit mehrere Projekte geplant, was viele Baustellen bedeuten wird. Im Einzelnen (die Zahlen entsprechen denen im Luftbild):
1.) Neubau der Dreifachhalle

Der ganz genaue Standort auf dem Gelände an der Konrad-Adenauer-Straße steht noch nicht fest, wohl aber, dass die alte Halle dafür aufgegeben werden soll.
2) Neue Kita Haberlandstraße

Um den großen Bedarf an Kita-Betreuungsplätzen kurzfristig zu decken, soll auf der Wiese an der Haberlandstraße zwischen Erich-Kästner-Schule und BvA eine zweigeschossige Kita errichtet werden. Ziel ist eine Inbetriebnahme zum 1. August 2020, allerdings gab Lierenfeld zu bedenken, dass er das nicht versprechen könne, da das von vielen Faktoren abhänge.
3) Kreisverkehre

Zwei Kreisverkehre sollen die Ampeln an den beiden Kreuzungen der Haberlandstraße mit der Zonser Straße und mit der Konrad-Adenauer-/Robert-Koch-Straße ersetzen. Dagegen regte sich großer Widerstand bei der Bürgerversammlung. Gerade für Schulkinder sei eine klare Rot-Grün-Ampel einfacher und sicherer, sagten einige Eltern. Dem gegenüber stehen Statistiken und Studien, die Kreisverkehre wegen der höheren Aufmerksamkeit bei Autofahrern und verminderter Geschwindigkeit als die sicherere Variante ansehen. Bereits im Verkehrsentwicklungsplan von 2009 sind die Kreisverkehre vorgesehen.
4) Park

Entgegen der Befürchtungen einiger Bürger bleibt der Park im Westen, zwischen Turnhalle und Haberlandstraße, von den Bauplänen unberührt. Ebenso, so die Aussage von Stadtplaner Robert Ullrich, der Grüngürtel am östlichen Rand des Beethovenquartiers.
5) Bebauung Sportplatz

Für das Beethovenquartier, das auf dem alten Aschenplatz, der Turnhalle und der gegenüberliegenden Realschule entstehen soll, müssten, so die Kritik einiger Nachbarn, bis zu 300 Pappeln am Sportplatz weichen. „Auch das steht noch nicht fest“, so Lierenfeld.
6) Realschule

Da die jetzt auslaufende Realschule noch länger für die Sekundarschule und dann die Horremer Grundschule als Ausweichquartier benötigt wird, sollen die Bauarbeiten in zwei Abschnitten erfolgen.
7) Spielplatz

Der stark frequentierte Spielplatz am Max-Reger-Weg müsste eventuell um einige Meter weiter nach Osten verlegt werden. Das kritisierten einige Nutzer.