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Dormagen: Schwerer Wasserschaden bringt Tierheim Hackenbroich in Not

Durchnässte Zwischendecken und überflutete Räume : Dormagener Tierheim ist nach Wasserschaden in Not

Starkregen hat Zwischendecken in einem Tierheim in Dormagen durchnässt und zum Teil Räume überschwemmt. Ein verrutschter Deckel und ein dadurch verstopfter Ablauf könnten die Ursache sein. Die Tierschützer bringt das in große finanzielle Schwierigkeiten.

Babette Terveer ist am Boden zerstört. „Für uns ist das ein Drama, schlichtweg der Gau“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins Dormagen frustriert. Dieser „größte anzunehmende Unfall“ hat sich in der zurückliegenden Woche ereignet. Bei Starkregen ist jede Menge Wasser in das Tierheim an der Bergiusstraße in Hackenbroich eingedrungen, hat Zwischendecken durchnässt und einen Teil der Räumlichkeiten überschwemmt. Und auch wenn sich der Schaden noch nicht genau beziffern lässt: Er wird auf jeden Fall hoch sein. Terveer geht von einer sechsstelligen Summe aus.

Den privaten Tierschutzverein bringt das Unglück in wirtschaftliche Not. Denn zum Einen ist er finanziell nicht auf Rosen gebettet, zum Anderen verfügt er zwar über eine Gebäudeversicherung, die aber für Schäden durch Wetterereignisse nicht aufkommt. Tragisch auch: Die Katzenräume, in denen es besonders viele Schäden gibt, waren erst vor zwei Jahren saniert worden. Nun sind die Zwischendecken feucht, blitzschnell hat sich Schimmel gebildet. Betroffen sind außer allen acht Katzenräumen der Flur dieses Traktes, die Waschküche, die Hundeküche und zwölf Zwinger. „Wahrscheinlich müssen wir die Decken überall rausnehmen“, befürchten Terveer und Tierheimleiterin Tanja Kalkowsky, die ebenfalls konsterniert wirkt angesichts der Misere, die sich ausgerechnet im trockensten Sommer seit einer kleinen Ewigkeit ereignet hat. Kalkowsky hatte den Wassereinbruch gemeinsam mit Tierheimmitarbeitern bekämpft. „Wir haben dann auch im Hundeflur und in der Waschküche die Decken geöffnet“, berichtet Kalkowsky, die natürlich die Ursache des Wassereinbruchs feststellen wollte. Darüber kann aber bis jetzt nur spekuliert werden. Nach Einschätzung eines Dachdeckers hatte ein verschobener Deckel einen Ablauf blockiert, so dass sich das Regenwasser gestaut habe und schließlich ins Gebäude gelaufen sei. Die Regenrinnen jedenfalls würden regelmäßig gereinigt, betonen Kalkowsky und Terveer. An diesen könne der Wasserschaden nicht gelegen haben.

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Doch wie soll es nun weitergehen? Die Tierschützer, die sich gerade neu aufgestellt und Ideen entwickelt hatten, wie sie die stets angespannte finanzielle Situation des Tierschutzvereins verbessern könnten (zum Beispiel durch Ausbau der Hundeschule im Tierheim, um mehr Einnahmen zu gewinnen), sind dringend auf Hilfe angewiesen. Ein erstes Zeichen hat laut Terveer bereits die Sparkasse gesetzt. Das Geldinstitut zeigte sich damit einverstanden, dass die von ihm gestifteten 750 Euro, die ursprünglich in eine Garage auf dem Tierheimgelände investiert werden sollten, stattdessen für die Reparaturen verwendet werden dürfen.

Nun setzen die Verantwortlichen im Tierheim ihre Hoffnungen auf weitere großzügige Spender, die dem Tierschutzverein aus der Klemme helfen. Auch freiwillige handwerkliche Hilfe ist willkommen. „Wir könnten vor allem Trockenbauer und Elektriker gebrauchen“, sagt Babette Terveer mit Blick auf die nassen Zwischendecken.

Vielleicht kann sogar das Fernsehen seinen Beitrag leisten, wenn auch nicht in Euro und Cent. Am Montag ist ein WDR-Team von „Tiere suchen ein Zuhause“ an der Bergiusstraße zu Gast, die Sendung soll am 2. September ausgestrahlt werden. Kalkowsky und Terveer hoffen, dass die Fernsehleute einen Hinweis auf die Hackenbroicher Probleme geben und damit weitere mögliche Spender aufmerksam machen. Auch Stadt und Kreis wollen die Tierschützer ansprechen.