Dormagen: Schüler gestalten Anne-Frank-Themenwoche

Bertha-von-Suttner-Gesamtschule : Schüler klären über Rassismus auf

An der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule findet zurzeit die Anne-Frank-Themenwoche statt. Die Mitglieder der Schülervertretung wollten das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wieder aufleben lassen.

Eigentlich hätte Marcel Schneegans momentan frei. Die Abiturprüfungen sind vorbei, die Schulzeit wäre damit abgeschlossen. Trotzdem kommt der 19-Jährige in dieser Woche noch jeden Tag zur Bertha-von-Suttner-Gesamtschule – freiwillig. Denn an seiner Schule findet zurzeit die Anne-Frank-Themenwoche statt: „Und ich liebe es, gegen Rassismus zu kämpfen und sehe es als meine Pflicht an, mit den anderen Aufklärungsarbeit zu leisten“, sagt Marcel.

Mit „den anderen“ meint er seine Mitschüler aus der Schülervertretung (SV). Sie gestalten die Themenwoche mit Workshops, einer Ausstellung und Präsentationen über Anne Frank. Die Idee dazu reifte bei der SV-Fahrt im Januar, als die Jugendlichen beschlossen, das bundesweite Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an ihrer Gesamtschule wieder aufleben zu lassen.

Für die Ideensammlung opferte die Gruppe viel Freizeit, sie traf sich an Nachmittagen, teilweise an Wochenenden und in den Freistunden mit SV-Lehrerin Katrin Molderings. Auch mit Julia Stöcker, Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt, tauschte sie sich für die Planung mehrmals aus. „Rassismus findet auf allen Ebenen statt. Wir machen uns aber an der Schule mit dem Projekt für alle Menschen stark“, sagt Lehrerin Molderings.

An der Schule hängen überall bunte Plakate, die zur Themenwoche gehören und informieren. Im Eingangsbereich haben die Schülervertreter ein Plakat aufgehängt, das den Begriff Rassismus in mehrere Kategorien, wie den klassischen, den institutionalisierten und den kulturalistischen Rassismus, unterteilt und aufklärt. Dass in dieser Woche etwas Besonderes an der Schule stattfindet, ist auch an den T-Shirts zu erkennen, die nicht nur die Organisatoren tragen. Auf die Shirts ist ein Panda mit dem Spruch „Destroy rasicm – be like a panda, he´s black, he´s white, he´s asian“ gedruckt. „Den Spruch haben wir im Internet gefunden und haben uns von ihm inspirieren lassen. Inzwischen laufen schon zehn Klassen mit den T-Shirts herum“, berichtet der 16-jährige Malte Herkenrath. „Sie sind so beliebt, dass wir welche nachbestellen müssen“, ergänzt Marcel Schneegans.

Im Mittelpunkt der Aktion steht aber die Namensgeberin der Themenwoche: Anne Frank. Die Geschichte des jüdischen Mädchens, das im Zweiten Weltkrieg von den Nazis verfolgt wurde und im KZ Bergen-Belsen dem Holocaust zum Opfer fiel, ist in einer Ausstellung abgebildet. Außerdem zeigen die jungen Organisatoren ihren Mitschülern einen Film über Anne Frank. Im Anschluss können ganze Klassen der Schule, aber auch nur einzelne Schüler in den Pausen, den Schülervertretern Fragen stellen. „Sie haben sich in den vergangenen Wochen so engagiert, dass sie zu richtigen Anne-Frank-Experten geworden sind“, berichtet Katrin Molderings.

Die Schülervertreter der Nievenheimer Gesamtschule teilen sich die Aufgabe, die Fragen zu Anne Frank zu beantworten. Schließlich steht auch für sie noch Unterricht an. Nur Marcel Schneegans ist gefühlt immer da und in seinem Element, wenn er vor den anderen Jugendlichen steht: „Es geht darum, immer wieder über das Thema zu sprechen: Damit Rassismus keine Chance hat und jeder mit Respekt behandelt wird.“