Schneeglöckchentage in Knechtsteden Für jeden Gärtner aus Liebe war an diesem Tag etwas dabei

Knechtsteden · Die Schneeglöckchentage in Knechtsteden zogen wieder Gartenfreunde von überall her an. Und das hat seinen Grund. Organisator Martin Pfaum gelingt es immer wieder, Raritäten zu zeigen.

 Auch bei Marcus Vogel von Garten Ulbrich Vogel aus Solingen herrschte gute Laune.

Auch bei Marcus Vogel von Garten Ulbrich Vogel aus Solingen herrschte gute Laune.

Foto: Judith Michaelis (jumi)

„Sehen Sie einmal die frohen Gesichter“, freute sich Martin Pflaum, „wenn sie mit ihren Einkäufen den Kulturhof verlassen“. Die gute Laune sprang auf den Veranstalter der Schneeglöckchentage über, nimmt doch die Resonanz seit Jahren zu. Die Gartenbesitzer wollen etwas anderes, und so präsentierten sich die Schneeglöckchen an den beiden Verkaufstagen zwar als die Aufhänger, doch um sie herum gruppierten sich eine Menge andere Frühlingsblüher. 35 Anbieter aus fünf umliegenden europäischen Ländern hielten ihre Neuzüchtungen feil, und so manches Gewächs mutete sogar exotisch an. Wer hat denn schon einen japanischen Papierstrauch oder ein chinesisches Gewürzbäumchen in seinem Garten, wer hat über die Jahre verfolgt, wie bereichert sich die Kamelien-Palette entwickelt hat?

Im Innenhof des klösterlichen Wirtschaftsteils sprangen die botanischen Innovationen ins Auge und ließen sich Trends verfolgen. Freude sollten die Neuerwerbungen bringen, war zu erfahren, möglichst pflegeleicht sollen sie sein. Wer mit seinem Garten-Bewuchs Eindruck machen will, kam hier voll auf seine Kosten. In dem Punkt konnte das Pflegeleichte durchaus auch einmal vernachlässigt werden. Umso größer sind Freude und Stolz dann beim Gelingen. Das meiste soll freilich nach wie vor robust sein und den geeigneten Standort erhalten.

So anspruchslos sind beispielsweise die Schneeglöckchen von Uwe Stiebritz aus Jena in Thüringen. „Das sind eigene Züchtungen“, betont er seine Mühen. Wenn von 100 Versuchen ein bis zwei gelingen, dann wertet er das als Erfolg. Gerhard Raschun aus Kärnten, im Beruf Qualitätsmanager in einem Labor, ist ein Liebhaber von Schneeglöckchen und Leberblümchen. Er hat nicht nur einen grünen Daumen, wie er das bei seinen Kunden auch vermutet, sondern setzt für seine Kreationen moderne Techniken wie Zellkulturen ein. Zum Beruf will er die Blumen aber nicht ausarten lassen, vertraut er Überraschendes an, „sonst würde es Routine“.

Die Blumen, die den Schneeglöckchetagen ihren Namen geben.

Die Blumen, die den Schneeglöckchetagen ihren Namen geben.

Foto: Judith Michaelis (jumi)

Malte Fischer aus Wingst bei Cuxhaven ist an diesem Tag richtig gefordert, denn seine prächtigen Kamelien sind wahre Blickfänge. Aus den beratenden Gesprächen ist herauszuhören, wie sehr es die Farben seines Angebots des Kunden antun. „Vom März bis Dezember draußen“, repetiert er immer wieder, „und dann vielleicht auf den Flur hereinholen.“ Dann klappe es schon. Fragen und Fachsimpeleien hatten an diesen beiden Tagen Hochkultur. Wer es noch genauer wissen wollte, schaute bei den Fachvorträgen in der Pension herein.

Neben Schneeglöckchen gab es aber noch viele weitere botanische Augenweiden.

Neben Schneeglöckchen gab es aber noch viele weitere botanische Augenweiden.

Foto: Judith Michaelis (jumi)

Dort war zu erfahren, welche Farne und Gräser Galanthus nivalis, das Schneeglöckchen, als Begleitpflanzen duldet oder wie es mit der Variabilität dieser weißen Frühlingsboten im Süden des Kontinents aussieht. „Ich hatte immer schon ein Faible für Raritäten“, das ist einem Gespräch zwischen dem Kärntner Gerhard Raschun abgelauscht. Es war nicht klar, wer das ausgesprochen hatte, doch der Meinung waren Anbieter und Kunde. Und gerade so etwas hat für alle die traditionellen Schneeglöckchentage zum Erlebnis gemacht.

(klni)
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