1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Sanierung der Zonser Stadtmauer dauert bis August

Zollfeste Zons : Stadtmauer wird bis Ende August saniert

Für eine Viertelmillion Euro wird ein 75 Meter langer Mauer-Abschnitt restauriert. Weitere (Förder-)Gelder für das Gesamtprojekt sind nötig.

Eine weiße Schutzplane verbirgt die Zonser Stadtmauer, dahinter wird fleißig gearbeitet. Bis Ende August saniert das Unternehmen Schleiff Bauflächentechnik einen 75 Meter langen Abschnitt der Westmauer von der Mühle bis zwei Meter hinter das erste Wachtürmchen. 256.500 Euro kostet diese Instandsetzung, die „reine Handarbeit“ ohne Einsatz von Baggern oder anderem technischen Gerät bedeutet. Dabei wurden 22 Kubikmeter Mauerwerk sehr behutsam abgetragen, 650 Quadratmeter Fugen ausgebessert und 2000 Steine ausgetauscht. „Wir haben rund ein Drittel der Steine nach der Säuberung wiederverwenden können“, berichtet Bauleiter Gerhard Schlauch. Die restlichen Steine stammen zum Teil vom abgerissenen Immerather Dom. „Wir achten sehr darauf, dass wir passende Steine und Mörtel verwenden“, erklärt Ingo Reifgerste, Gesellschafter-Geschäftsführer von Schleiff. Das alles geschehe in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland.

Zudem wurden insgesamt drei große Mauer-Risse, die laut Bauleiter wohl durch die Vibrationen der Mühle entstanden sind, mit Ankerstangen – jeweils drei pro Meter –  gesichert. Das Unternehmen kennt sich in Zons aus, es hat bereits die Zonser Mühle und von 2009 bis 2011 das Burggelände saniert. Nach der Einrüstung der Baustelle konnten weitere massive Schäden erkannt werden, wie die Mauerkrone, die auf der gesamten Länge bis zu fünf Lagen lose war. „Das kommt vom dichten Efeubewuchs, der die Mauer bis zu 40 Zentimeter tief beschädigt hatte“, ergänzt Kienle.

  • Dormagen : 250.000 Euro für Sanierung der Zonser Westmauer eingesammelt
  • Jugendliche über zwölf Jahre können seit
    Praxen im Ausnahmezustand : Ansturm auf Dormagens Ärzte wegen Booster-Impfungen
  • Für wichtige Fragen hat das Kreis-Gesundheitsamt
    Corona im Rhein-Kreis Neuss : 2560 Menschen nachweislich infiziert - Inzidenz über 250

Bei einem Besichtigungstermin an der Stadtmauer dankte Kämmerin Tanja Gaspers dem Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons für seinen Einsatz: „Mit Ihrer Hilfe und Fördergeldern war es uns möglich, einen weiteren Schritt zur Instandsetzung der Mauer zu gehen.“ Denn der Verein um den Vorsitzenden Hermann Kienle, die Stellvertreter Harald Krumbein und Karl-Heinz Stumps sowie Geschäftsführer Jürgen Waldeck hatte seit 2011 zahlreiche Anfragen bei Stiftungen gestellt, um die Mauer als Denkmal zu erhalten. „Wir haben neben den Fördergeldern auch Spenden gesammelt, denn die Westmauer muss von der Mühle bis zum Krötschenturm saniert werden“, betont Kienle. Laut erster Kalkulation würde die Restaurierung mehr als 700.000 Euro kosten, daher wurden Teilabschnitte mit der Stadt vereinbart. „Wir wollen weitere Fördergelder für die nötige restliche Sanierung beantragen“, weist Kienle darauf hin, dass die Instandsetzung, auch wenn sie teurer als gedacht sei, weitergehen müsse. Die einzigartige Mauer am Niederrhein müsse erhalten werden.

Zons sei die am besten erhaltene Burg- und Stadtbefestigung des 14. Jahrhunderts am Niederrhein, zieht Kienle den Vergleich mit Orten wie Lechenich, Uerdingen, Brühl, Ahrweiler, Nideggen, Münstereifel und Zülpich. „Die Architekten und Baumeister hatten aus den baulichen Mängeln dieser Anlagen gelernt und konnten in Zons ein Meisterwerk der spätmittelalterlichen Bau- und Befestigungskunst errichten.“ Nun gelte es, „die erhaltene Stadtmauer weiter zu schützen und stützen“, hofft Kienle auf den nächsten Teilabschnitt bereits für 2020.