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Dormagen: Radrennen als Herzensangelegenheit

Organisator lebt in Dormagen : Delrather lebt für den Radsport

Gino Baudrie kümmert sich um die Organisation von Radrennen in Köln und Elsdorf – in diesem Jahr an Pfingsten zum 30. Mal. Beim 67. Volksbank Giro wird auch der Europacup behinderter Fahrer ausgetragen.

Die Pfingstfeiertage werden in diesem Jahr außergewöhnlich für Gino Baudrie. Und das nicht etwa, weil der Delrather dann gemeinsam mit seiner Frau Gerti Müller-Baudrie, mit der Kölnerin Gina Haatz-Becker und deren Eltern als Hauptorganisator des dreitägigen Volksbank Giro in Köln-Longerich und Elsdorf vom 8. bis zum 10. Juni gefordert ist. Das ist für ihn schon fast so etwas wie Routine, denn diese Herausforderung meistert er dann bereits zum 30. Mal. Diesmal fällt das Spektakel allerdings auch noch mit einem rundem Geburtstag Baudries zusammen: Am 7. Juni wird er 60 Jahre alt.

Das aber wird ihn nicht davon abhalten, wie immer mit vollem Einsatz bei der Sache zu sein. Möglicherweise ist ihm sein Hobby, das weit mehr ist als ein kleines Steckenpferd, in die Wiege gelegt worden. Denn Baudrie ist gebürtiger Belgier, und dort ist Radsport extrem populär. Er selbst war bis zum 31. Lebensjahr aktiver Rennfahrer, ehe er sich auf den Organisationsbereich verlegte. Da müssen Sponsoren und Genehmigungen besorgt werden, es geht um Streckensicherung, Sanitätsdienste, Beschallung, Catering und vieles mehr. An den Veranstaltungstagen wird das Kern-Organisationsteam von etwa 50 Ehrenamtlern unterstützt, darunter viele Feuerwehrleute.

 Gino Baudrie fuhr bis zu seinem 31. Lebensjahr selbst Rennen.
Gino Baudrie fuhr bis zu seinem 31. Lebensjahr selbst Rennen. Foto: Stefan Schneider
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Die zeitintensiven Vorbereitungen bedeuten freilich nicht, dass Gino Baudrie heute gar nicht mehr selbst im Sattel sitzt. „Früher bin ich 20.000 Kilometer im Jahr geradelt, jetzt sind es nur noch 6000 Kilometer“, sagt der 59-Jährige mit einem leichten Schmunzeln. Er hat sich den „Kurbelhelden“ angeschlossen, die von Gohr aus zu ihren Touren aufbrechen. „Alles sportliche Leute, wir fahren 90 Kilometer in drei Stunden“, erzählt der Delrather.

 Die Rennen in Köln-Longerich und in Elsdorf ziehen an den Pfingsttagen stets sehr viele Zuschauer an.
Die Rennen in Köln-Longerich und in Elsdorf ziehen an den Pfingsttagen stets sehr viele Zuschauer an. Foto: Gino Baudrie

Vor dem diesjährigen Volksbank Giro haben sich drei Traditionsradsportvereine aus dem Kölner Norden zum neuen „Cologne Cycling Club“ zusammengeschlossen, Gino Baudrie ist dessen zweiter Vorsitzender. An Pfingsten erwarten sie rund 800 Sportler, mit und ohne Lizenz, im Alter von drei bis 70 Jahren. Eine Besonderheit ist die Teilnahme von 120 Fahrern mit Behinderung. Die Paracycler sind zum vierten Mal Teil des Giros. Sie tragen am Pfingstsamstag in Elsdorf ihren Europacup aus. Am selben Tag findet, ebenfalls in Elsdorf, das Einzelzeitfahren zur NRW-Meisterschaft der Nicht-Behinderten statt. Sonntags und montags steht Longerich im Blickpunkt. Am 9. Juni ab 12.30 Uhr werden Rennen in diversen Klassen ausgetragen, sogar Inlineskater sind dabei. Und am 10. Juni, dem eigentlichen Haupttag der Veranstaltung, beginnen um 9 Uhr weitere Rennen behinderter und nicht-behinderter Fahrer. Das Hauptrennen endet gegen 18 Uhr und beschließt den Volksbank Giro, der übrigens zur Reihe der Cologne Classics gehört.

Und vielleicht ist danach ja auch noch Zeit, einmal in aller Ruhe auf Gino Baudries 60. anzustoßen.