Dormagen prüft Förderung: Kloster Knechtsteden soll attraktiver werden

Fördermöglichkeiten durch das Land NRW : Knechtsteden soll noch schöner werden

Die Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist plant die Sanierung der Zugangsstraße, ein Labyrinth, eine Prozessionsstraße und die Parkplatz-Begrünung. Die Stadt will mit dem Land Fördermöglichkeiten erörtern.

Das Gelände des Klosters Knechtsteden ist bei Besuchern beliebt, die die Basilika, die Klosterräume, die Veranstaltungen im Kulturhof, die Galerie-Werkstatt, die alte Schmiede, das Libermannhaus, den Spielplatz oder „einfach die Natur“ besuchen wollen. Jetzt möchte die Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist – die Spiritaner – vier Projekte realisieren, um das Klostergelände zu erhalten, zu verschönern und touristisch aufzuwerten. Dazu stellte Pater Hermann-Josef Reetz die Projekte jetzt dem Stadtrat vor, da die Spiritaner die Stadt sowohl um organisatorische als auch um finanzielle Unterstützung – bei der Übernahme von Eigenanteilen – gebeten haben. Die Politik hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Stadt Kontakt mit dem Land Nordrhein-Westfalen aufnehmen soll, um Fördermöglichkeiten zu erörtern. Dabei soll es auch darum gehen, ob die Projekte von der neuen NRW-Heimatförderung unterstützt werden. In Kooperation mit dem Orden soll die Stadt Planungen und Kostenschätzungen erstellen, über die der Rat dann noch entscheidet.

Für die nötige Sanierung der Lindenallee zwischen L 36 und barockem Torhaus hat die Planungsgruppe Oberhausen bereits im Zuge der landesgeförderten „Euroga 2002plus“ eine komplette Planung entwickelt, die seinerzeit jedoch nach dem Wegbrechen von Steuermitteln bei der Stadt Dormagen nicht umgesetzt wurde. Die Kostenschätzung von 2000 belief sich auf 785.000 DM. Aufgrund der Baukostenentwicklung in den vergangenen 18 Jahren dürfte dieser Betrag sehr viel höher sein. Reetz sprach von etwa 600.000 Euro. „Da sich der Zustand der Lindenallee seit den damaligen Überlegungen weiter durch zahlreiche Schlaglöcher und Aufbrüche verschlechtert hat, wäre eine Sanierung – falls die Finanzierung gesichert werden kann – heute noch erstrebenswerter, um den Zugang zu Kloster Knechtsteden als einem überregional bedeutsamen Baudenkmal sowie herausragendem Kultur-, Bildungs- und Tourismusort angemessen zu gestalten“, betonte Bürgermeister Erik Lierenfeld in der Beratungsvorlage.

Das zweite Projekt betrifft die Neugestaltung des Anton-Scheben-Parks westlich der Basilika zum Labyrinth – nach Vorbild berühmter Kirchbauten in Chartres oder dem Magdeburger Dom, wo ein Gartenlabyrinth zur Besinnung einlädt und das Umfeld verschönert. „Dabei handelt es sich um keinen Irrgarten, sondern um ein Angebot zur Meditation und Ruhe“, erläuterte Pater Reetz im Rat. Die erste Planung der Spiritaner geht von geschätzten Kosten von 40.000 Euro aus.

Außerdem soll ein alter Prozessionsweg westlich der Klosteranlage zu einem Spazierweg umgestaltet werden. Der Prozessionsweg beginnt am Zugang zum Schwarzen Garten und führt auf 500 Metern am Anton-Scheben-Park, dem Spielplatz und eindrucksvollen alten Bäumen vorbei. „Der Weg soll mit einer wassergebundenen Sanddecke versehen werden, dafür soll er auf einer Breite von 1,5 bis 2 Metern ausgekoffert und mit Schotter unterlegt werden“, so Reetz.

Das vierte Projekt betrifft den als Parkplatz für die Pension im Libermannhaus, die Galeire-Werkstatt und den Kulturhof genutzten ehemaligen Dreschplatz vor dem früheren Kuhstall. Die Spiritaner möchten die Stellplätze anders anordnen, mit auflockernden Begrünungen versehen und eine unschöne Asphaltfläche auf der Südseite entfernen. Eine Kostenschätzung für die beiden letztgenannten Projekte liegt noch nicht vor.

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