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Dormagen: Polizei erschießt aggressiven Hund in Nievenheim

Nach Beiß-Attacke : Polizei erschießt aggressiven Hund in Dormagen

Mit einem gezielten Schuss hat die Polizei am Mittwochmorgen in Nievenheim einen freilaufenden Rüden getötet, der sich in den Hund eines Dormageners verbissen hatte.

Ein Tierdrama hat sich am Mittwochmorgen in Nievenheim abgespielt. Dort erschoss ein Polizeibeamter einen aggressiven Rüden, der zuvor einen kleineren Hund totgebissen hatte.

Der kleinere Hund war gegen 7 Uhr mit seinem Herrchen, einem 21-jährigen Dormagener, an der Straße „Am Schwimmbad“ unterwegs gewesen, als der freilaufende mittelgroße Rüde aufgetaucht war. Er verbiss sich auf der Fahrbahn in den hilflosen Artgenossen und ließ nach Angaben der Polizei selbst dann nicht von seinem Opfer ab, als dieses sich bereits nicht mehr bewegte.

Wegen der Aggressivität des Hundes – mutmaßlich ein Pittbull oder eine englische Bulldogge, die Polizei wollte sich am Mittwoch dazu noch nicht festlegen – alarmierten Augenzeugen die Polizei. Den Beamten gelang es jedoch auch nicht, das Tier zu beruhigen; selbst Pfefferspray zeigte keine Wirkung. „Um die offensichtliche akute Gefahr, die von dem Rüden ausging, zu beenden, musste er letztlich mit einem gezielten Schuss getötet werden“, teilte die Polizei mit. Nach Auslesen eines Chips bei dem Hund konnte dessen Besitzerin ermittelt werden. Zu der Frage, warum der Hund frei herum lief, konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

Im Internet wurde der Vorfall viel diskutiert. Eine 55-Jährige, die am Ort des Geschehens vorbeigefahren war, fühlte sich an eine eigene Erfahrung erinnert, als sie mit ihrem Vierbeiner unterwegs angegriffen worden war. „Seitdem habe ich immer Pfefferspray dabei“, erzählte sie.

Dass dies am Mittwoch auch nicht geholfen hat, beurteilte Natascha Boenke aus der Dormagener Tierarztpraxis an St. Michael als nicht so ungewöhnlich. „Es ist schwierig, die Situation einzuschätzen, wenn man nicht selbst dabei gewesen ist. Aber möglicherweise war der Adrenalinausstoß bei dem Hund so hoch, dass dieser die Augenreizung überlagert hat“, nannte sie als eine mögliche Erklärung. Ein Betäubungsgewehr wäre wahrscheinlich wirkungsvoller gewesen. „Aber das ist natürlich oft in solchen Notsituationen nicht greifbar“, weiß Boenke.

(NGZ)