Dormagen: Politik muss sich endlich kümmern

Kommentar : Politik muss sich endlich kümmern

In Dormagen fehlen Wohnungen. Wie überall. Vor allem in dem Segment, das für Menschen mit einem mittleren Einkommen bezahlbar ist. Das ist unbestritten. Höchst kontrovers ist hingegen, wie dem beizukommen ist.

Die Haltungn der CDU, gegen die Idee einer Wohnungsbaugesellschaft mit den schlechten Erfahrungen mit dem Eigenbetrieb zu begründen, ist emotional nachvollziehbar, aber nicht zielführend. Dormagen ist bei dem Thema Wohnungsbau spät dran, es ist höchste Zeit zu handeln. Die Chance, im großen Baugebiet Nievenheim IV einen deutlichen Akzent für bezahlbaren Wohnraum zu setzen, wurde trotz eines Ratsbeschlusses vertan (Warum eigentlich?). Jetzt muss es um Konsens, nicht um Dissens gehen, denn bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist eine Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Darum muss sich Politik kümmern! Weil Stand heute niemand weiß, was die beste Lösung für Dormagen ist, ist es natürlich richtig, in allen Richtungen zu prüfen. Zum Beispiel, ob die Gründung eines „Dormagener Bauvereins“ sinnvoll ist. Der womöglich Kooperationen mit der heimischen Baugenossenschaft oder den Bauvereinen in Neuss und Grevenbroich eingehen kann. Benötigt werden Tempo, Kreativität und Sachlichkeit. Für parteipolitisches Gezänk ist auch in einem Wahljahr kein Platz. Vielleicht hilft den Politikern der Hinweis auf das Sessionsmotto des Düsseldorfer Rosenmontagszugs von 2006: „Nit quake – make“.

Der Kommentar bezieht sich auf den Artikel „Streit um Wohnungsbaugesellschaft.“