Entscheidung in Dormagen Trinkwasserbrunnen sind für Opposition purer Luxus

Dormagen · Im zweiten Anlauf ging der Antrag für drei Trinkwasserbrunnen in der Innenstadt mit den Stimmen von SPD und Grünen zumindest durch den Planungsausschuss. Die Opposition zeigte dafür kein Verständnis.

Schon jetzt gibt es in der Innenstadt Stellen, an denen sich Bürger mit Trinkwasser eindecken können. Zum Beispiel in der Verbraucherzentrale an der Kölner Straße.

Schon jetzt gibt es in der Innenstadt Stellen, an denen sich Bürger mit Trinkwasser eindecken können. Zum Beispiel in der Verbraucherzentrale an der Kölner Straße.

Foto: Anne Harnischmacher

Im zweiten Anlauf nach 2019 wird es jetzt in Dormagen öffentliche Trinkwasserbrunnen geben. Das ist das Ergebnis aus dem Planungsausschuss von vorigen Donnerstag. Zu Beginn regte Sonja Kockartz-Müller noch an, dass ein weiterer Trinkbrunnen für den Skate-Park in Horrem sinnvoll wäre.

SPD und Grüne hatten in einem gemeinsamen Antrag die Notwendigkeit unter anderem so begründet: „Eine regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für Personen, egal welchen Alters, wichtig. Zugang zu Trinkwasser im öffentlichen Raum wie beispielsweise in Köln oder anderen Kommunen stellt gerade mit Blick auf künftige zunehmende Hitzeereignisse einen wichtigen Beitrag dar. Dies verfolgt auch das Ziel der EU-Trinkwasser-Richtlinie, die die Bundesregierung mit einer Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes in deutsches Recht umsetzen will. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Kabinett bereits beschlossen. Demnach gehört die Bereitstellung von Leitungswasser an öffentlichen Orten zur Daseinsvorsorge.“

Die Opposition war erwartungsgemäß wenig begeistert von dem Antrag, der für die Vertreter von Zentrum, CDU und FDP purer Luxus ist. „Das ist für uns ein Luxusprojekt und unserer Meinung auch nicht unbedingt nötig Wir werden den Antrag daher ablehnen“, so Hans-Georg Döhring (FDP). Die Anschaffungs- und Folgekosten waren vor allem der CDU ein Dorn im Auge. Und: „Es gibt bereits drei Stellen, an denen sich die Bürger kostenlos mit Wasser versorgen können. In den beiden Rathäusern sowie in der Stadtbibliothek kann man seine Trinkwasserflaschen auffüllen. Warum noch drei weitere Brunnen?“, fragte sich René Schneider (CDU). Für Olaf Temp vom Zentrum war klar: „Wenn es in der Innenstadt 40 Grad heiß ist, läuft da niemand mehr rum.“ Zudem sei es kostengünstiger einen Wasserspender aufzustellen.“ Kein Verständnis für diese Argumente hatte SPD-Mann Ruben Gnade: „Überall auf der Welt gibt es Trinkbrunnen, warum hier nicht?“

Laut Stellungnahmen der evd und den Technischen Betrieben Dormagen (TBD) ist für die Errichtung eines Trinkwasserbrunnens mit Kosten in Höhe von rund 6000 Euro für ein einfaches Modell und mit rund 12.000 Euro für ein vielseitigeres Modell zu rechnen zuzüglich Kosten für Anschluss, Leitungsverlegung, Fundament etc. Hinzu kommen jährliche Kosten in Höhe von 6000 – bis 8.000 Euro. Die evd würde als Sponsor 50 Prozent der Investitionskosten in Höhe von 36.000 Euro (also 18.000 Euro) übernehmen. Die restlichen Investitionskosten von 18.000 Euro und die jährlichen Unterhaltungskosten von ca. 30.000 Euro müssten von der Stadt übernommen werden. Der Antrag wurde mit den Stimmen von SPD und Grünen mehrheitlich angenommen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort