Dormagen: Nikolausschule in Stürzelberg lebt Werte ihres Schutzpatrons

Dormagen: Kinder lernen Nächstenliebe: Nikolausschule lebt Werte ihres Patrons

Zum Namenstag des Heiligen wird in Stürzelberg gefeiert. Doch seinem Vorbild folgen die Schüler das ganze Jahr über.

Der Eine ist ein Produkt der Getränkeindustrie und Werbewirtschaft, der Andere steht für nicht-kommerzielle Werte wie Großzügigkeit, Gerechtigkeit und Solidarität. Im roten Gewand kommen sie beide daher und werden wahrscheinlich deshalb oft in einen Topf geworfen. Die Grundschulkinder in Stürzelberg kennen den Unterschied zwischen Weihnachtsmann und Nikolaus aber ganz genau – und das nicht nur, weil ihre Schule nach Nikolaus benannt ist. „Bei uns lernen die Jungen und Mädchen Nikolaus schon im ersten Schuljahr kennen“, erzählt Rektorin Sonja Clevers. Das hat seinen Grund: Das Positive, das der Heilige durch sein Tun vertreten bewirkt hat, soll an der Nikolausschule gelebt werden. Und zwar nicht nur am Namenstag des ehemaligen Bischofs, der am heutigen Donnerstag gefeiert wird, sondern im Alltag das ganze Jahr über.

„Wir erklären den Kindern, dass der Heilige Nikolaus im Gegensatz zum Weihnachtsmann wirklich gelebt hat“, sagt Sonja Clevers. Zudem werde sein Handeln in diversen Fächern thematisiert – nicht nur in Religion, sondern zum Beispiel auch in Musik, Kunst, Deutsch und Englisch. Dabei geht es dann auch um Hilfsbereitschaft (zum Beispiel verkörpert durch Paten für i-Dötzchen), Freundlichkeit im Miteinander, Tatkraft (Müllsammelaktionen, Hofdienste, Verantwortung für den Schulgarten, Verschönerung des Schulhofs etc.) und Ehrlichkeit, etwa bei Konflikten.

Und natürlich ganz grundsätzlich um Güte, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. So wird zum Beispiel das Frühstück geteilt, Hefte und Stifte werden nach Afrika geschickt, und Teile ihrer Sankt-Martins-Tüten gaben die Jungen und Mädchen in diesem Jahr schon zum dritten Mal hintereinander in Flüchtlingsunterkünften ab.

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Schon beim Betreten der Schule weist einiges auf den Nikolaus hin. Gleich am Eingang zum Schulhof gibt es einen Schriftzug aus bunten Kacheln, ein paar Meter weiter am Gebäude ein Bild, auf dem er mit Bischofsstab- und Mütze abgebildet ist und an beiden Händen Kinder hält, Symbol für das Schulmotto und Leitbild „Gemeinsam Hand in Hand“. Drinnen dann findet sich ein Nikolausrelief an der Wand, gleich daneben hängen verschiedene Fotos aus der Stadt Myra in Kleinasien (heutige Türkei), wo Nikolaus im 4\. Jahrhundert gelebt hat. Auf diese Weise werden die Kinder stets an den Schutz- und Namenspatron ihrer Schule erinnert.

Am heutigen Nikolaustag – dem Todestag des Heiligen – steht er an der Stürzelberger Grundschule ohnehin im Mittelpunkt. Nach einem Ökumenischen Gottesdienst gibt es in der Aula – das hat seit Jahren Tradition – eine Feier mit allen Kindern. „Es werden Texte der Lehrerinnen  vorgelesen, in denen etwas über die Entwicklung jeder Klasse gesagt wird, und neben dem Nikolaus verteilt der Förderverein kleine Geschenke“, berichtet Schulleiterin Sonja Clevers. In die Rolle des Nikolaus schlüpft ein Schülervater; für ihn wird es eine Premiere sein. „Aber wir hoffen natürlich, dass er das noch öfter macht“, sagt die Rektorin schmunzelnd.

Angesichts all dieser Aktivitäten steht der Weihnachtsmann an der Nikolausschule auf verlorenem Posten, fliegender Rentierschlitten hin oder her. Der wahre Nikolaus wird wohl auf Eseln geritten sein. Seinem Ansehen bei den Jungen und Mädchen in Stürzelberg wird’s nicht schaden.

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