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Dormagen: Neue Radstreife bei Ordnungsamt

Zur Müllvermeidung in Dormagen : Neue Radstreife beim Ordnungsamt

Die Stadt Dormagen schickt nun Ordnungsmitarbeiter auf „Fahrradstreife“, um bei Verstößen gegen Sauberkeit und Sicherheit direkter eingreifen zu können.

Wer sich bisher sicher war, am Rhein und anderen mit Autos schwer zugänglichen Gebieten keinem Kontrolleur des städtischen Ordnungsamtes zu begegnen, der sollte sich umstellen: Denn die Stadt Dormagen schickt nun Ordnungsmitarbeiter auf „Fahrradstreife“, um bei Verstößen gegen Sauberkeit und Sicherheit direkter eingreifen zu können. Mit den Mountainbikes sind Oliver Föhlisch und Daniel Klug vom Ordnungsdienst schnell unterwegs – schnell genug, um zum Beispiel bei Gefahr durch nicht angeleinte Hunde einzugreifen.

„Hintergrund der Einführung ist, dass mit dem Rad auch solche Gegenden bestreift werden können, die nicht mit dem Auto zu erreichen sind“, erklärt Max Laufer, Pressesprecher der Stadt Dormagen. Dazu zählen zum Beispiel Fahrradstraßen, der Deich in Zons oder diverse Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete. Die Themen zum Eingreifen sind vielfältig, wie Laufer aufzählt: „Dort werden dann etwa Kontrollen der Einhaltung der Anleinpflicht für Hunde, des Verbots des illegalen Grillens etc. durchgeführt.“ Die Kosten für die beiden „Bulls Mountainbikes“ belaufen sich auf 499 Euro je Rad. Inklusive Ausrüstung (Helme, Rucksäcke) liegen die Gesamtkosten bei 1550 Euro.

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Bereits beim städtischen Neujahrsempfang hatte Bürgermeister Erik Lierenfeld verkündet, gerade in Sachen Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit mehr tun zu wollen, um das Erscheinungsbild von Dormagen zu verbessern. Gerade wird in der Politik über die Anhebung einiger Bußgelder diskutiert – darüber soll der Stadtrat am 9. Mai entscheiden. Im Hauptausschuss wurde unter anderem über das Bußgeld fürs Taubenfüttern diskutiert: Statt es auf 30 oder 28 Euro anzuheben oder auf fünf Euro zu senken, empfahl der Ausschuss, es  bei den vorgeschlagenen zehn Euro zu belassen. Bürgermeister Lierenfeld wiederholte seinen Ansatz, mehr Präsenz zu zeigen, aber auch mit Abschreckung mehr Wirkung zu erzielen: „Nicht immer sind die Ordnungsamtsmitarbeiter als solche zu erkennen.“ Wenn sie dann in Zivil einen Müllsünder erwischen, könnte das Wegschnippen von Zigarettenkippen mit 40 Euro teuer werden.

Dazu komme ein weiterer Vorteil der Radstreife, so der Stadtsprecher: „Selbstverständlich steht der Ordnungsdienst aber auch für Umweltschutz und legt ab sofort kürzere Strecken einfach umweltfreundlich per Rad zurück.“ Dabei sei der direkte Kontakt mit dem Bürger auf dem Rad einfacher und niedrigschwelliger möglich als aus einem Auto heraus.