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Dormagen: Naturrasenplätze sollen vorerst bleiben

Sportanlagen in Dormagen : Naturrasenplätze sollen vorerst bleiben

RS Horrem und Türkische Jugend dürfen ihren Naturrasenplatz testweise für ein Jahr behalten. Sie müssen ihn aber selber pflegen. In Delhoven und Hackenbroich könnte es ähnliche Modelle geben.

Eigentlich war es ausgemachte Sache: Wenn die Fußballvereine in Dormagen ihre Kunstrasenplätze haben, sollten die Naturrasenplätze in Horrem, Delhoven und Hackenbroich aufgegeben werden. Damit wollte die Stadt Kosten sparen. Dann aber stellte sich bei einem Treffen Ende März dieses Jahres heraus, dass die vier nutzenden Vereine sich doch nicht leichten Herzens vom Naturrasen verabschieden konnten, sondern die Anlagen neben den Kunstrasenflächen aus unterschiedlichen Gründen behalten wollten. Die Stadt versucht es nun mit einer Kompromisslösung, die zunächst am Rudolf-Harbig-Weg in Horrem greifen soll. Die dort kickenden Vereine RS Horrem (feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen) und Türkische Jugend Dormagen dürfen den Naturrasen zunächst ein weiteres Jahr lang behalten, müssen sich aber um die Pflege kümmern und an verschiedene Vereinbarungen halten, damit das Experiment für die Stadt kostenneutral abläuft. Der Sportausschuss stimmte diesem Vorschlag der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung (bei einer Enthaltung des Zentrums) einhellig zu.

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Die beiden Clubs in Horrem bekommen noch in diesem Jahr Kunstrasen. Vom Erhalt des Naturrasens versprechen sie sich aber eine bessere Planung der Trainings- und Spielzeiten. RS und Türkische Jugend müssen nun die Flutlichtanlage in Eigenregie zurückbauen, die Bewässerungsanlage wird stillgelegt. Die Bewässerung soll künftig durch die Nutzung von Brunnen sichergestellt werden. Festgelegt wird auch, dass die Stadt Dormagen von für den Rasenplatz anfallenden Kosten freigestellt wird. Der Sportausschuss legte darüber hinaus in Ergänzung eines Beschlussvorschlags der Stadtverwaltung fest, dass ihm der Vertrag, den die Stadt mit den beiden Vereinen zu dem Thema schließen wird, vorgelegt werden muss.

Das Horremer Modell könnte Vorbild werden für das Verfahren im Umgang mit den beiden weiteren Dormagener Naturrasenplätzen in Delhoven und Hackenbroich, die derzeit noch in die Zuständigkeit der Stadt fallen. Voraussetzung in allen Fällen: Der Stadt dürfen durch deren Erhalt keine Kosten entstehen.

Über die Details werde von Fall zu Fall entschieden, sagte Swen Möser vom städtischen Sportservice am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion. Dem FC Delhoven etwa ist sein „Testjahr“ nach Horremer Vorbild schon zugesagt worden, obwohl der Kunstrasen dort erst 2020 fertig gestellt werden soll. Der Verein soll Sicherheit bekommen: Die Delhovener erhoffen sich durch die probeweise Pflege in Eigenregie fundierte Erkenntnisse darüber, wie groß der Aufwand ist. Danach soll es neue Gespräche geben.

Der Kunstrasen in Hackenbroich soll 2022 kommen. Der TuS hatte bei dem Austausch im März die Vergabe der Pflege des Rasenplatzes an eine externe Firma in Betracht gezogen. „Ähnlich wie bei der Sportanlage in Delhoven soll die Zeit bis zum Umbau der Tennenfläche in Kunstrasen genutzt werden, um festzustellen, ob eine Übernahme der Pflege durch den Verein überhaupt realisierbar ist“, hat Tobias Plaz vom Sportservice im Protokoll zu dem März-Treffen festgehalten.