Dormagen: Nach Hebamme wird Straße, nicht Geburtsstation benannt

Hebamme aus Hackenbroich: Benennung: Straße statt Station

SPD will Hackenbroicher Hebamme Agnes Derichsweiler „angemessener“ würdigen.

Dass mehr Straßen nach Frauen benannt werden sollen, ist ein allgemeiner Wunsch. So geht die Idee, die Hebamme Agnes Derichsweiler auf einem Straßenschild zu verewigen, schon mindestens 15 Jahre zurück. Nun soll die Erschließungsstraße der geplanten Bebauung an der „Alten Schule Hackenbroich“ nach den Vorstellungen der CDU nach ihr benannt werden. Der SPD geht das aber nicht weit genug. Wie sie am Freitag erklärte, hätte sie eine angemessenere Würdigung der 1971 verstorbenen Frau begrüßt, die ab 1912 Bezirkshebamme der Gemeinde Hackenbroich gewesen war.

„Agnes Derichsweiler hat in über 50 Jahren Berufstätigkeit zwischen 4500 und 5000 Kindern auf die Welt geholfen. Da hätte sie schon eine bessere Ehrung verdient, als dass eine winzige Stichstraße, an der nur vier Häuser liegen, nach ihr benannt wird“, meint die Hackenbroicher Ratsfrau Sonja Kockartz-Müller. Die SPD hatte vorgeschlagen, die Geburtsstation im Hackenbroicher Kreiskrankenhaus nach Derichsweiler zu benennen. „Leider hat der Landrat dies mit der Begründung abgelehnt, dass auch keine andere Station im Kreiskrankenhaus einen Namen trage“, berichtet SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Behncke.

  • Drei Stadtteile in Dormagen : 4000 Haushalte von Stromausfall betroffen

Kockartz-Müller bedauert das: „Mit der Benennung der Geburtsstation, auf der jedes Jahr über 600 Kinder aus dem ganzen Kreisgebiet und dem Kölner Norden zur Welt kommen, wäre der Hebamme posthum eine Aufmerksamkeit auch über Dormagen hinaus zugekommen, die sie bei der Benennung dieser Straße nicht erhalten wird.“

(cw-)
Mehr von RP ONLINE