Dormagen: Musiklehrerin Charlotte Rettig rockt die Bühne

Abschiedskonzert in der Dormagener Kulturhalle : Charlotte Rettig rockt zum Abschied die Bühne

Großer Bahnhof in der Kulturhalle für eine Lehrkraft, die 34 Jahre an der Musikschule unterrichtet hat. In einem begeisternden Cross-over zog Charlotte Rettig noch einmal alle Register ihres Könnens.

Die Musiklehrerin verstand es, gemeinsam mit Steve Nobles auf der Bühne oder auch allein ihr Rezitieren, Klavierspielen und Singen zu einem Ereignis zu machen. Locker, fröhlich, beschwingt und dabei doch immer voll konzentriert, war ihr Auftritt überzeugend. Alles war noch zusätzlich gewürzt mit einer gehörigen Prise rheinischen Humors. „Hier auf der Bühne zu stehen, das ist ein gutes Gefühl“, stimmte sie sich, ihre Kollegen sowie ihre Schüler und Freunde auf den Abend ein.

Klar doch, sie hatte ein Heimspiel. Quer durch die Musikwelt fegte sie wie ein Wirbelwind über die Bühne und ließ sogar tänzerische Slapstick-Einlagen nicht aus. Eloquent und präzise akzentuiert sprechend moderierte sie das Programm, das sie im ersten Teil überwiegend selbst bestritt. Ihr zur Seite standen Steve Nobles, Dorothy Gemmeke, Bernd Balkenborg, Jens Böckkamp und Ruthilde Holzenkamp. Sie begleiteten am Klavier und spielten Saxophon oder Akkordeon. Die ungemein vielseitige und jetzt Abschied nehmende Texterin und Lehrkraft gewährte auch Einblicke in ihren pädagogischen Alltag, indem sie Ausreden der Schüler zitierte.

Melancholisch und sehr persönlich wurde der Ton, als sie davon berichtete, was sie auch alles hätte tun können. Für ein Ausufern dieses Themas war es aber nicht die Gelegenheit, denn das Heitere, Beschwingte, das Mitreißende forderte immer wieder sein Recht. Das löste Charlotte Rettig mit ihrer ganzen Souveränität und Könnerschaft gern ein und ließ jedermann teilhaben an ihrer Freude, dass sie an der Dormagener Schule Musik auf diese Art habe lehren können. „Wir werden uns bestimmt noch einmal wiedersehen“, versprach sie singend, „irgendwann, irgendwo in der Welt.“

(nie)
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