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Dormagen: Multifunktionale Freiluftanlage für Rheinfeld geplant

Neues Sport- und Freizeitangebot in Dormagen : Multifunktionale Freiluftanlage für Rheinfeld

90 Prozent der Kosten in Höhe von 600.000 Euro soll das Investitionsprogramm „Förderung von Sportstätten 2020 und 2021“ des Landes NRW übernehmen.

Sarah Voss (21), Deutsche Meisterin im Mehrkampf, im Sprung und auf dem Schwebebalken, kommt gerne nach Hause, um sich zu entspannen und um Kraft zu tanken für die anstehenden Aufgaben der mit der Mannschaft bereits für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizierten Kunstturnerin: „Von mir aus ist es nur eine kleine Fahrradstrecke von fünf bis zehn Minuten, dann bist du direkt am Rhein, das ist sehr schön und hat etwas Beruhigendes.“

Rheinfeld als Wohlfühloase, klingt ganz gut, doch da geht sportlich noch mehr, findet die Stadt Dormagen und plant den Bau einer multifunktional nutzbaren Freiluftanlage mit zusätzlichen Bewegungsangeboten. Kostenpunkt: rund 600.000 Euro. Mittel, die im Haushaltsplan nicht zur Verfügung stehen, und darum soll die Verwaltung (Sportservice) beauftragt werden, im Rahmen des vom Land Nordrhein-Westfalen aufgelegten Investitionsprogramms „Förderung von Sportstätten 2020 und 2021“ fristgerecht bis zum 15. Januar 2021 einen Antrag zur Umsetzung des vorgeschlagenen Projektes zu stellen. Dann würden 90 Prozent der Kosten erstattet. Klar ist aber auch: Die Umsetzung des Projekts ist abhängig von der Bewilligung des Landes – gibt’s keine Fördergelder, gibt’s auch keine Freilufthalle in Rheinfeld.

Für das noch laufende Jahr sind von Bund und Land 47 Millionen Euro zur Erneuerung und zum Neubau von Sportstätten zu Verfügung gestellt worden. 2021 stehen für NRW weitere 31 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung soll bis 2024 fortgesetzt werden, das Volumen über 2021 hinaus steht aber noch nicht fest. Und so kann das laufen: 600.000 Euro aus diesem Investitionspakt gingen bereits nach Horrem, wo auf einer stillgelegten Tennisanlage ein multifunktionaler Sport- und Freizeitbereich entstehen soll. In seiner Sitzung hatte der Sportausschuss die Beantragung der Fördermittel für dieses von der Verwaltung vorgeschlagene Projekt einstimmig beschlossen. Die Kosten für das „Multifunktionsspielfeld mit angrenzendem Bewegungsparcours für Kinder“ werden sogar komplett übernommen, denn für das Programmjahr 2020 hatte das Land NRW im Rahmen des „Nordrhein-Westfalen-Programms I“ beschlossen, auch den auf die Kommunen entfallenden Eigenanteil von zehn Prozent zu finanzieren.

Bedarf sieht die Verwaltung auch in Rheinfeld, der Stadtteil mit seinen fast 5000 Einwohnern sei im Hinblick auf Sport- und Freizeitflächen unterversorgt. So werde der mitten in einem Wohngebiet liegende Bolzplatz mangels Alternativen zwar rege genutzt, locke jedoch nur Fußballer an. „Alle anderen sportlich interessierten Kinder und Jugendlichen sowie der Rest der Bevölkerung finden in Rheinfeld keine Möglichkeit, sich sportlich zu bewegen.“ Der Sportservice beabsichtige mit dem Bau einer Multifunktionsfreilufthalle, diesen Mangel zu beseitigen. Die habe zu bieten ...

... einen öffentlich nutzbaren Multifunktionsplatz mit Kunststoffbelag für Volleyball, Basketball, Fußball etc.

... in der nahen Umgebung der Multifunktionshalle Spielangebote für Kinder mit Reck­stangen, Balancierbändern und weiteren Bewegungsangeboten

... ein Bewegungsparcours für Erwachsene und Senioren

Die gute Nachrcht: Im Rheinfeld stehen gleich mehrere geeignete Standorte mit bestehendem Baurecht zur Verfügung. „Diese werden zurzeit auf ihre Verträglichkeit überprüft“, erklärt Dezernentin Ellen Schönen, Leitern des Fachbereichs Bildung, Kultur und Sport. Zur Antragstellung solle nun der am besten geeignete Standort mit den geringsten Beeinträchtigungen für Anwohner und Umwelt benannt werden. „Zwei Standorte wurden bereits hinsichtlich ihrer planungsrechtlichen Zulässigkeit positiv bewertet“, teilte Rathaus-Sprecher Jonathan Benninghaus auf Nachfage der NGZ mit. „Dies sind die öffentliche Grünanlage am Geranienweg südwestlich der Kita Farbenplanet sowie der Bolzplatz entlang der Walhovener Straße. Weitere Möglichkeiten zum Beispiel im Bereich der Bürger-Schützen-Allee werden derzeit noch geprüft. Den Antrag wird die Verwaltung zunächst für die Walhovener Straße stellen.“ Eine endgültige Festlegung erfolge dann nach Vorlage eines Bewilligungsbescheids im Sportausschuss

Sollte sich trotz Vorprüfung der Bau einer Multifunktionshalle nicht umsetzen lassen, schlägt der Sportservice alternativ den Bau eines Multifunktionsspielfeldes mit den oben genannten Nebenbauten vor.