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Dormagen: „Missionare auf Zeit“ treffen sich in Knechsteden

Junge Menschen im Ausland : „Missionare auf Zeit“ treffen sich in Knechsteden

Im Rahmen des Freiwilligendienstes der Spiritaner aus Knechtsteden reisen immer wieder junge Menschen in Ausland. Es werden weiterhin Freiwillige gesucht.

So langsam nimmt das MaZ-Programm der Spiritaner wieder Fahrt auf: Am vergangenen Wochenende trafen sich Rückkehrer aus ganz Deutschland in Knechtsteden, um sich miteinander auszutauschen. Durch die Pandemie war die Durchführung des Programmes eingeschränkt, jetzt soll es wieder los gehen. Die Redaktion konnte mit einigen der „Missionare auf Zeit“, sowie mit der Verantwortlichen Anne Arenhövel über das Projekt, dessen Hauptsitz in Knechtsteden ist, sprechen.

Bei dem MaZ-Programm handelt es sich um den Freiwilligendienst der Spiritaner. Junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren haben die Möglichkeit, in einem zeitlich befristeten Rahmen (meistens ein Jahr) in einem fremden Land ganz unterschiedliche Erfahrungen zu machen. An den Einsatzstellen in verschiedenen Ländern Afrikas oder Lateinamerikas bringen sich die Freiwilligen entsprechend ihren Fähigkeiten in verschiedene Projekte ein. Meist sind es Projekte im sozialen, medizinischen oder pastoralen Bereich, wie zum Beispiel in Kinderheimen, Krankenstationen, Schulen, in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, Altenpflege und Kinder- und Jugendgruppen. Das MaZ-Programm ist seit 2008 anerkannte Entsendeorganisation des „weltwärts“-Programms (BMZ) und erhält hierdurch eine finanzielle Unterstützung. „Uns ist es wichtig, dass jeder, unabhängig von finanziellen Mitteln, an dem Projekt teilnehmen kann“, erklärt Anne Arenhövel. Entscheiden sich junge Menschen dafür, an dem Programm teilzunehmen, folgt erst einmal eine lange Vorbereitungsphase mit vielen Seminaren zu kulturellen und religiösen Themen, Bewusstseinsbildung in den Themenbereichen Rassismus, Kolonialgeschichte, soziale Gerechtigkeit, sowie praktische länderspezifische Tipps für den Einsatz. „Wir wollen die ‚Missionare auf Zeit’ ausführlich auf ihren Einsatz vorbereiten. Wir stimmen vorher mit ihnen ab, wo es für sie hingehen könnte und welches Projekt am besten zu ihnen passt“, so Arenhövel. In den letzten Jahren hätten sich insbesondere Abiturienten für einen Einsatz im Ausland entschieden. „Uns ist wichtig, dass die Erfahrung im Ausland auch einen Sinn macht. Es geht insbesondere um den kulturellen Austausch und darum, etwas zu lernen und eventuell etwas zu bewirken.“

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Lennart Fischer und Hannah Ivens haben in den vergangenen Jahren bereits am dem Projekt teilgenommen. Fischer lebte sieben Monate gemeinsam mit zwei Priestern in Kenia, aufgrund der Pandemie musste er seinen Einsatz damals abbrechen. Seine Tage vor Ort verbrachte er in einer Grundschule, pflegte den Austausch mit den Kindern, brachte ihnen Gitarrespielen bei und powerte sie im Sportunterricht aus. „Es war eine wertvolle Erfahrung und ich konnte viele neue Freundschaften schließen“, erzählt Fischer. Er habe sich zu keinem Zeitpunkt als „Lehrer“ verstanden. „Ehrlich gesagt war ich eher der Lernende. Ich habe versucht, Stereotypen aufzubrechen und verschiedene Perspektiven kennengelernt. Ich würde das Programm jedem empfehlen.“ Ähnlich sieht das auch Hannah Ivens. Seit 2019 studiert sie Soziale Arbeit und absolviert nebenbei ein Praktikum bei Anne Arenhövel. Nach dem Abitur verschlug es sie als „Missionarin auf Zeit“ nach Ghana. „Ich habe dort in einer Mädchenschule gearbeitet. Ich bin viel offener geworden und habe gelernt, wie privilegiert wir sind“, berichtet sie. Gelebt hat sie bei den Spiritanern in Ghana. „Ich habe mit ihnen gebetet und ihre Kultur kennengelernt.“

Und über diese Erfahrungen und vieles mehr wurde auch am vergangenen Wochenende in Knechtsteden gesprochen. „Wir wollen in der Zukunft eine neue Idee umsetzen und hoffen, dass irgendwann auch Menschen aus dem Ausland als Missionare zu uns nach Deutschland kommen können“, beschreibt Arenhövel ein wichtiges Thema der Zusammenkunft. Am 6. und 7. November wird für Interessierte ein Info-Wochenende in Knechtsteden stattfinden.