Dormagen: Mehrkosten und Verzögerung beim Umbau der Sekundarschule

Eigenbetrieb Dormagen : Umbau der Sekundarschule dauert deutlich länger

Zudem steigen die Kosten erneut – um eine Million Euro. Das Rechtsamt klärt die Ursachen. Auch beim Lernort Horrem gibt es Verzug.

Schon seit Februar war die Stadt davon ausgegangen, dass sich die Sanierung der Sekundarschule erheblich von 8,15 auf 14,5 Millionen Euro verteuern würde. Jetzt steht fest, dass das noch nicht das Ende der Kostenexplosion ist. „Das Projekt wird rund eine Million Euro teurer, weil weitere planerische Leistungen erforderlich sind“, so lautete die schlechte Nachricht, die die Stadt Dormagen am späten Donnerstagabend per Pressemitteilung verkündete. Damit jedoch noch nicht genug der Hiobsbotschaften aus dem Rathaus: „Die Sanierung der Sekundarschule wird nicht nur deutlich teurer werden, sondern auch deutlich länger dauern als geplant.“ Im schnellsten Fall gehen die Projektsteuerer von einer Fertigstellung im Jahr 2021 aus.

Und die Sekundarschule ist nicht das einzige Problem-Projekt des Eigenbetriebs. „Auch beim Lernort Horrem gibt es offenbar massive Verzögerungen“, heißt es. Darüber haben die mit den Bauten betrauten Ingenieure Bürgermeister Erik Lierenfeld Anfang der Woche informiert. „Offensichtlich hat es in beiden Projekten Fehler gegeben, die dazu führen werden, dass Kinder nicht rechtzeitig dort lernen können, wo sie lernen sollten: in modernen Schulgebäuden. Ich habe großes Verständnis für jeden, den das ärgert. Mir geht es genauso“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld am Donnerstag.

Die Konsequenz daraus: Der Verwaltungschef hat jetzt das städtische Rechtsamt „mit der umfassenden und lückenlosen Prüfung der Sanierung der Sekundarschule“ beauftragt. „Außerdem gilt es aufzuklären, weshalb am Lernort Horrem fast ein Jahr lang nicht weitergearbeitet wurde“, so Lierenfeld. Was bei der „Leuchtturm“-Maßnahme der „Sozialen Stadt Horrem“ die Lage noch verschlimmert: „Bei diesem Projekt stehen Fördermittel auf dem Spiel.“ Werden sie nicht plangerecht abgerufen, verfallen sie. „Wir werden uns jetzt sehr genau ansehen müssen, was dazu geführt hat, dass die Zeitpläne derart aus den Fugen geraten sind“, erklärte der Bürgermeister.

Auch die beauftragten Planer und Projektsteuerer hätten sich „sehr unangenehmen“ Fragen zu stellen, kündigte Lierenfeld an. „Wenn bei den Bürgern der Eindruck entsteht, dass die öffentliche Hand es einfach nicht hinkriegt, dann ist das fatal“, betonte er: „Deshalb müssen so schnell wie möglich alle Fakten auf den Tisch.“ Erste Ergebnisse der internen Untersuchung werden noch in diesem Jahr erwartet.

Nach der im Februar bekannt gewordenen nahezu Verdopplung der Kosten bei der Sekundarschule hatte es bereits personelle Konsequenzen beim Eigenbetrieb gegeben. So verlor Leiter Uwe Scheler im März diese Aufgabe, vor einigen Tagen wurde er auch auf dem eigens geschaffenen Posten als „Technischer Leiter“ fristlos entlassen (die NGZ berichtete).

Geprüft hat die Stadtverwaltung auch Möglichkeiten, die Projekte kurzfristig so zu beschleunigen, dass der ursprüngliche Zeitplan eingehalten wird. Das wurde aber verworfen. Denn: „Wir sind nun mal an die vergaberechtlichen Bestimmungen gebunden und können nicht einfach freihändig Aufträge vergeben“, sagte Lierenfeld. Es werde derzeit noch geprüft, wie wenigstens der Verfall der Fördermittel gestoppt werden könnte.

Kurzfristig wurden am Donnerstag auch Vertreter der Ratsfraktionen und die betroffenen Schulleitungen informiert. In der Sitzung des Eigenbetriebsausschusses am Dienstag, 26. November, werden die erste Betriebsleiterin und Beigeordnete Tanja Gaspers sowie die Projektsteuerer eine umfassende Stellungnahme abgeben.

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