Dormagen: Mehr Platz fürs Rhein-Hochwasser

Ausbaggerung : Mehr Platz für das Rhein-Hochwasser

Im Rheinbogen werden rund 19.000 Kubikmeter Erde in der Flutmulde abgebaggert.

Mit dem Hochwasserschutz in Dormagen beschäftigt sich nicht nur der Deichverband. Auch der Landesbetrieb Straßen NRW trägt seinen Teil dazu bei, dass sich die Anrainer sicherer fühlen können. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Maßnahme, die zwar am gegenüberliegenden Ufer auf Monheimer Seite erfolgen wird, aber auch dabei helfen dürfte, das Überflutungsrisiko für bewohnte Gebiete in Dormagen zu verringern. Im Rheinbogen baut der Landesbetrieb die sogenannte Flutmulde aus. Etwa 19.000 Kubikmeter Erde sollen weichen, damit sich der Strom weiter ausbreiten kann, ohne Menschen und ihr Hab und Gut zu gefährden. Das Projekt steht indirekt in Zusammenhang mit dem Neubau der A1-Brücke bei Leverkusen. Die Pfeiler werden künftig größer sein, so dass mehr Flutraum verdrängt wird.

Die Arbeiten an der Flutmulde im Rheinbogen sollen in Kürze beginnen. Zuvor musste eine Ausweichbucht für Lastwagen erstellt werden, die das Erdreich abtransportieren sollen. Landschaftsgärtner haben die über den Wegen hängenden Zweige zurück geschnitten, damit sie nicht abgerissen werden, wenn die großen Fahrzeuge über die Wirtschaftswege fahren. Kleinere Bäume und Büsche sind eingezäunt. Kurven werden vorübergehend zu Schleppkurven aufgeweitet und befestigt, damit die Lastwagen kein Land zerstören. „Alles, was wir hier im Vorfeld der Bauarbeiten verändern, werden wir anschließend wieder zurückbauen“, sagt Projektleiter Marcel Kern vom Landesbetrieb Straßen NRW.

Seit 2016 ist der neue Retentionsraum im Rheinbogen in Planung, konkreter geworden ist das Vorhaben 2018. „Wir haben frühzeitig mit den Eigentümern der Flächen gesprochen, damit der Rasen kurz gehalten wird und wir jetzt sicher gehen können, dass während der Arbeiten keine Vögel darin brüten“, sagt Kern. Das würde den Ausbau verzögern. Eine ökologische Begleitung sei präventiv immer wieder in die Planung einbezogen worden.

Die Flutmulde, die auch heute schon gut erkennbar vom Rhein aus gesehen vor dem Deich liegt, wird verbreitert. „Den Oberboden nehmen wir weg und lagern ihn. Der wird später auf das abgeflachte Erdreich wieder aufgetragen. Das ist mit den Eigentümern so abgesprochen“, erläutert Kern. Eigentümer sind die Bayer AG und ein Ökolandwirt. Letzterer lege Wert darauf, dass er ungedüngten Boden wieder auf sein Feld zurückbekommt.

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