Dormagen: Mädchen erkunden bei Covestro „Männerwelten“

Chempark in Dormagen : Mädchen erkunden „Männerwelten“

Der Werkstoffhersteller Covestro zeigte 22 jungen Frauen den Chempark.

Bei so genannten Girls‘ Days haben Mädchen die Gelegenheit, in vermeintliche Männer-Domänen hinein zu schnuppern und insbesondere technische oder naturwissenschaftliche Berufe kennenzulernen. Auch der Werkstoffhersteller Covestro bot die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen werfen – in Dormagen, aber auch in Leverkusen, Krefeld-Uerdingen und Brunsbüttel.

Reine „Männerwelten“ gebe es bei Covestro zwar kaum noch, schreibt Sprecherin Anja Montag. Dennoch seien Frauen gerade in den technischen und naturwissenschaftlichen Berufen noch immer unterrepräsentiert. „Der Girls‘Day ist für Schülerinnen eine tolle Gelegenheit, einen Tag lang in ein Industrieunternehmen hineinzuschnuppern und sich frühzeitig beruflich zu orientieren“, urteilt Karoline Helber aus dem Team Employer Branding, Recruiting & Apprenticeship.

In Dormagen starteten 22 Mädchen mit einer Rundfahrt durch das Chempark-Gelände in den Tag, an dem sie Covestro-Mitarbeiter verschiedenster Berufsgruppen kennenlernten. Vom Bus aus bekam die Gruppe einen ersten Eindruck von der Größe des Geländes und den Covestro-Produktionsanlagen. Danach setzten die Schülerinnen Sicherheitshelme und Schutzbrillen auf, um sich die Abläufe im Polyurethan-Produktionsbetrieb genauer anzuschauen. Hier werden Dispersionen für Klebstoffe und Beschichtungsmaterialien hergestellt. Die Mädchen erfuhren, dass die Produkte aus dem PUD-Betrieb, wie er unternehmensintern genannt wird, in den unterschiedlichsten Anwendungen vorkommen – von Autolack über Parkettbeschichtungen bis zu Kosmetikprodukten wie Kajalstift oder Nagellack.

Kameh Tajvidi und Birgit Toeller-Malinka, die den Tag bei Covestro mit organisierten, freuten sich über das große Interesse der Mädchen. „Ich hätte mir gewünscht, schon während meiner Schulzeit solche Einblicke in die berufliche Praxis zu bekommen. Wir möchten den Mädchen zeigen, dass es sich lohnt, auch einmal in Berufe hineinzuschnuppern, die sie vielleicht noch gar nicht kennen“, sagte Toeller-Malinka, die als Vertretung des Ausschusses Chancengleichheit vom Betriebsrat teilnahm.

2001 hat die Bundesregierung den Aktionstag ins Leben gerufen. Mehr als 9000 Unternehmen in Deutschland öffnen dafür mittlerweile jedes Jahr ihre Türen, um Mädchen für technische Berufe zu begeistern. Seit Einführung des Aktionstages entwickeln sich die Zahlen der Ausbildungs- und Studienanfängerinnen in technischen Bereichen positiv.

(NGZ)
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