Dormagen: Landfrauen erkunden die Vielfalt des Anbaus

Radtour in und um Dormagen : Landfrauen erkunden Feld-Früchte

Auf einer Radtour lernten die Frauen die Vielfalt der Landwirtschaft kennen.

„Weiblich, ländlich, innovativ“ lautet das Motto des Deutschen Landfrauenverbandes, dem rund 500.000 Frauen angehören. Alleine gut 100 von ihnen leben in und um Dormagen, etwa die Hälfte ist in der Landwirtschaft tätig, so auch Maria Decker. Jetzt haben sie zum ersten Mal eine informative Radtour rund um den Tannenbusch veranstaltet. „Wir wollten zeigen, was alles auf den Feldern in unserer Stadt wächst. Gemeinsam soll versucht werden, die Nitratwerte in den Griff zu bekommen“, erklärt die Landwirtin, die für ihre exakten Wettervorhersagen bekannt ist – kein Wunder, dass an diesem Tag die Sonne für die zwölf Landfrauen schien.

„Der Landfrauenverband setzt sich für die Bäuerinnen ein und schafft ein enormes Netzwerk. Außerdem bietet er – etwa über eine Art Seelsorgetelefon – Hilfe in allen Angelegenheiten“, so Decker. Er stehe dafür, dass die Kindererziehungszeiten allen Frauen angerechnet werden. „Ältere Frauen, die ihr Leben lang viel und hart auf den Höfen gearbeitet haben, können sich auf den zahlreichen Bildungsfahrten eine kleine Auszeit nehmen – und meistens profitieren ihre Männer von dem neu erworbenen Wissen sogar“, sagt Decker. Das sei ganz wichtig, denn schließlich spielten die Bäuerinnen eine tragende Rolle auf dem Hof: „Wir müssen den Hof zusammenhalten. Wir sind Krankenschwestern, Tierärztinnen, Altenpflegerinnen, Bürokräfte, können Trecker fahren, Kühe melken, Kälber holen oder schlachten. In der Direktvermarktung sind wir Verkaufsmanagerinnen – und wenn es sein muss, sind wir auch Friseurinnen“, erklärt sie lachend.

Einmal im Jahr treffen sich die Dormagener Landfrauen zur Weihnachtsfeier und zur Jahreshauptversammlung, bei der die Veranstaltungen für das Jahr geplant werden. Dazu gehört auch die Radtour, auf der zu sehen war, wo „unser Essen wächst“. Vor allem konnten die Teilnehmerinnen zahlreiche Zuckerrüben bestaunen. „Das wird im kommenden Jahr nicht mehr so sein“, lautet Deckers düstere Prognose. „Nach dem Verbot für Neonicotinoide-Beizen häuften sich die Ausnahmen in etlichen EU-Ländern – nur in Deutschland nicht“, so Maria Decker. „Die Kapseln schützen den Rübenkeimling vor Schädlingen, und sind nicht schädlich für Bienen, da auf den Feldern keine Blumen wachsen“, erklärt sie. Am Ende der Tour konnten die Frauen auf dem Schmalbuch-Hof in Delhoven dann saftige und süße Erdbeeren kosten.

(vest)
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