Nachhaltigkeit in Dormagen Eine Million für Currenta-Projekt

Dormagen · Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die CO2-freie Energieversorgung von wärmeintensiver Industrie. Projektpartner von Currenta sind Siemens Energy und die Ruhr-Universität Bochum.

 Lars Friedrich ist seit 1. April 2017 iChempartk-Leiter sowie Leiter der Funktion Chempark  und Sicherheit.

Lars Friedrich ist seit 1. April 2017 iChempartk-Leiter sowie Leiter der Funktion Chempark und Sicherheit.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Der Chempark-Betreiber Currenta treibt das Thema Nachhaltigkeit voran. Ein wichtiger Schritt dabei: Gemeinsam mit den Projektpartnern Siemens Energy und Ruhr-Universität Bochum arbeitet das Unternehmen aktuell an Technologiekonzepten, mit denen die Dekarbonisierung der Industrie weiter vorangetrieben werden soll. Dabei geht es um die CO2-freie Erzeugung von Prozesswärme, genauer: um die Entwicklung von Technologien zur CO2-neutralen Energieversorgung von wärmeintensiven Industriestandorten. Das wird vom Land anerkannt und unterstützt: Das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie fördert „CO2NEICHEM“, so der offizielle Name des Projekts, mit einer Summe von einer Million Euro.

„Das Projekt passt hervorragend zu den Currenta-Nachhaltigkeitszielen, und wir freuen uns sehr über die Förderung durch das Land NRW“, sagt Regina Hill, Leiterin Marketing Ver- und Entsorgung bei Currenta. „Vor allem Wärmepumpen und die Nutzung von grünem Wasserstoff spielen in unserer Strategie als Schlüsseltechnologien eine wichtige Rolle. Für uns als Chemiepark-Betreiber ist es entscheidend, dass wir Produktionsbedingungen schaffen, die nachhaltig, versorgungssicher und bezahlbar sind.

Derzeit stammen nach Angaben von Currenta in Deutschland nur etwa fünf Prozent der Prozesswärme in der Industrie aus erneuerbaren Energien. Die Energiewende erfordere eine Transformation der Prozesswärme-Versorgung. Konkret arbeitet ein Konsortium dazu jetzt an zwei Technologiekonzepten: Eine mit Wasserstoff und Sauerstoff betriebene Dampf-Gasturbine und eine industrielle Hochtemperatur-Wärmepumpe mit Wärme- und Kälteauskopplung. In dem Förderprojekt gibt es zunächst eine Konzeptstudie und eine Energiesystemanalyse. Anschließend soll ein detailliertes Konzept für eine Demonstrationsanwendung des favorisierten Systems ausgearbeitet werden, bevor ein Pilotprojekt realisiert werden kann.

NRW-Innovationsminister Pinkwart kommentiert: „Die chemische Industrie hat einen immensen Energie- und Wärmebedarf. Um diesen in Zukunft sicher und klimafreundlich decken zu können und unsere Industrieunternehmen wettbewerbsfähig zu halten, brauchen wir zügig neue Versorgungskonzepte. Ich freue mich daher sehr, dass wir jetzt ein weiteres Projekt unterstützen können, das zum klimaneutralen Umbau unseres starken Industriestandorts beiträgt.“

(ssc)
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