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Dormagen L280: Zu wenig Platz für Kreisverkehr an Unfall-Kreuzung

Landstraßen 280 und 380 in Dormagen : Zu wenig Platz für Kreisverkehr an Unfall-Kreuzung

Der Landesbetrieb Straßen-NRW erteilt den Plänen eines Kreisverkehrs in Dormagen eine Absage. Jede Fahrtrichtung erhält eine eigene Spur.

Die Zeit arbeitet für ihn, glaubt Hermann Harig. Der langjährige und erfahrene Verkehrs- und Planungsexperte der Dormagener CDU weiß, dass sein Anliegen zur Verbesserung der Verkehrssituation im Kreuzungsbereich der beiden Landstraßen 280 und 380, Provinzialstraße/Franz-Gerstner-Straße, keine Chance auf Verwirklichung hat. "Jetzt nicht, aber in 20 Jahren kommt das", ist Harig sicher. Er meint seinen Vorschlag, dort mit einer Kombination aus Unterführung und Kreisverkehr zu arbeiten.

In einem Schreiben an die Bezirksregierung hatte das Hackenbroicher Ratsmitglied schon 2014 seinen Vorschlag konkret beschrieben: "Die L 380 sollte vor der Kreuzung abgesenkt und unterhalb der Ampelkreuzung geführt werden. Der obere Bereich (mit der L 280) sollte mit einem Kreisverkehr gestaltet werden." Seiner Auffassung nach könne "die unakzeptable Verkehrssituation an diesem Unfallschwerpunkt mit vielen Unfällen, langen Staus auf der L 380 und unnötigem Durchgangsverkehr durch Horrem oder über andere Ausweichrouten nur durch eine Unterführung gelöst werden.

Die Realität ist eine andere. Wie eine Planerin des Landesbetriebs Straßen-NRW unserer Redaktion sagte, passe zum Beispiel die Anlage eines Kreisverkehrs aus Platzgründen dort nicht hin. "Auf dieser Kreuzung ist so viel Verkehr, da ginge der Verkehr in die Knie."

Vorgesehen ist bei dem Umbau ab 2019 stattdessen, dass jede der vier Fahrtrichtungen im Kreuzungsbereich eine eigene Spur erhält. Und: Jede bekommt dann auch eine Ampel, auch die Rechtsabbieger, bei denen das bislang nicht der Fall ist. Ein ampelfreies Abbiegen wird es nicht mehr geben. Ferner wird die komplette Signalanlage erneuert. "Wir haben in diesem Bereich zu viel Freiwilligkeit", formuliert es die Planerin.

Der Kreuzungsbereich ist der gefährlichste im Rhein-Kreis Neuss: Von 2016 bis heute krachte es dort sieben Mal, dabei wurden 27 Menschen verletzt. Die Stadt hat reagiert und ermittelt in dieser Woche die Geschwindigkeit in diesem Bereich, ohne die Autokennzeichen festzuhalten. Es ist eine Veränderung der Grünphase vorgesehen, ebenso das Aufstellen eines Starenkastens.

(schum)