Coskun Quindt stellt in Dormagen aus „Der bunte Zauber“ hat bei der Eröffnung viele Besucher

Dormagen · Das war eine Vernissage im Kulturhaus der ganz besonderen Art. Der vielseitige Künstler Coskun Quindt präsentierte seine Gemälde und gab Einblicke in sein kreatives Schaffen.

 Der Künstler Coskun Quindt vor einem seiner farbenfrohen Werke im Kulturhaus.

Der Künstler Coskun Quindt vor einem seiner farbenfrohen Werke im Kulturhaus.

Foto: Olaf Moll

„Was mich am meisten beeindruckt?“ Olaf Moll hat die Antwort sofort parat angesichts der Ausstellung „Der bunte Zauber“ mit der ungeheuren Wucht sofort parat. „Der Künstler ist sehr gut organisiert“, sagt der Leiter des städtischen Kulturbüros. Das muss Coskun Quindt wohl auch sein, denn er ist Maler, Zeichner, Buchautor eines ersten Fantasy-Romans und Fußballtrainer der zweiten Mannschaft des FC Zons. Und nicht zu vergessen ist er verheiratet und Vater von zwei Söhnen.

Das fordert eine Menge Kraft, doch der Künstler liebt diese Situation, und seiner ins Auge springenden Kreativität tut sie nicht den geringsten Abbruch. Im Gegenteil! Diese ungemein kommunikative 41-jährige Multi-Begabung, in Duisburg geboren in einer Gastarbeiterfamilie, steckt voller Pläne. Die betreffen nicht nur seine großformatigen bunten Bilder: 2,55 Meter mal 1,60 Meter misst das Größte, das „Kleinste“ bringt immerhin noch 80 mal 80 Zentimeter an die Wand. Und literarisch hat er auch noch eine ganze Menge im Ideenköcher.

Dabei ist seine dreistöckige Präsenz im Kulturhaus im Allgemeinen alles andere als selbstverständlich. Beim stadtbekannten Künstler Quindt dann aber doch, denn er musste sich keiner Befragung stellen. Sondern er war einfach gesetzt. Coskun Quindt „Diese Ausstellung ist ein Startschuss.“ Dabei fasst der in einem Dormagener Atelier freischaffende Künstler bewusst andere Städte ins Auge.

Das passt zu seinem Habitus, Grenzen zu sprengen. Sein Malen und Zeichnen, sein ganzes Tun und Lassen sind miteinander vernetzt. Sogar der Fußball ist dabei in irgendeiner Weise involviert. Seine bis zum 22. November kostenlos in der Glasgalerie des Kulturhauses zu sehenden Bilder entstammen Visionen. „Ich bin süchtig nach dem Malen“, bekennt er freimütig. Die Besucher reagieren spontan. „Sehr schön wegen dieser entfesselten Buntheit“, urteilt eine Besucherin. Ein Besucher gibt zu bedenken, dass er daheim nicht die nötige Fläche für solche Formate habe. Sonst wäre er durchaus bereit, ein Gemälde zu erstehen.

Die Online-Galeristin Maja Linde, ist gerade von seiner Zügellosigkeit fasziniert, die in seinen 80 aufgebotenen Bildern zum Ausdruck kommt. „Unter seinen Händen explodieren die Farben, ob in Acryl oder auf der Basis von Lehm.“ Informel Art kommt in den Sinn, und es ist jeweils der Fantasie des Betrachters überlassen, was auf den Leinwänden geschieht. Untertitelungen wie Goldener Staub, Gedankenlabyrinth, Feenflügel und Wilderness sind nicht zwingend Vernissage-gerecht. Mit einem Glas Sekt in der Hand haben sich am Freitag sehr viele Betrachter auf das Spiel eingelassen.