Dormagen: Kompetenztrainig für alleinerziehende Mütter

Das Familienbüro in Dormagen : Ein Kompetenztrainig für alleinerziehende Mütter

Rosemarie Bothe bietet alleinerziehenden Müttern seit über zehn Jahren Hilfestellungen im Umgang mit Kind und Alltag.

 Rosemarie Bothe ist seit mehr als zehn Jahren Gruppenleiterin im Programm „wir2 – Bindungstraining für Alleinerziehende“. Das kostenlose Programm soll alleinerziehenden Müttern mit Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren den Rücken stärken und ihnen dabei helfen, nach einer Trennung den Alltag mit Kindern, Haushalt und anderen Aufgaben zu bewältigen. Ziel ist es, die Bindung zwischen ihnen und ihrem Kind aufrecht zu erhalten und zu verbessern.

„Bei einer Trennung zerbricht bei den Elternteilen immer ein Lebenstraum“, sagt Rosemarie Bothe. „Die Mütter werden in ihrem Selbstverständnis erschüttert, können depressiv werden und dadurch den Alltag nicht mehr so unbeschwert bewältigen wie vorher. Und darunter leiden natürlich auch die Kinder. Sie sind traurig über die Trennung, geben sich zum Teil selbst die Schuld am Leiden ihrer Eltern. Dies kann zu gravierenden Verhaltensänderungen führen. In der Folge finden Kinder und Eltern irgendwann einfach nicht mehr zueinander.“

Hier setzt „wir2“ an. In 20 Gruppensitzungen sollen die Kompetenzen der Mütter  im Umgang mit sich selbst und mit ihren Kindern gefördert und das Selbstvertrauen in die intuitiven elterlichen Fähigkeiten wiederhergestellt werden, um die Grundlage für eine vernünftige Mutter-Kind-Beziehung zu schaffen. Die wöchentlichen Sitzungen widmen sich dazu unter anderem den Gefühlen und Bedürfnissen der Mutter, den Bedürfnissen und Wünschen des Kindes, der Beziehung des ehemaligen Partners zum Kind sowie der Bewältigung schwieriger Alltagssituationen. Die Devise lautet: „Balance herstellen, Bindung aufbauen, Beziehung stärken.“

Rosemarie Bothe leitet unter anderem Übungen an und führt durch Gruppengespräche, in denen die Teilnehmerinnen die Möglichkeit haben, von Problemen, Herausforderungen und ihren Gefühlen zu sprechen. „Das freut mich immer ganz besonders, wenn ich sehe, wie sich eine Teilnehmerin öffnet. Zwar ist dies oft mit emotionalem Schmerz und Weinen verbunden, im Nachhinein ist sie jedoch befreiter. Und vor allem bekommt sie das Gefühl, mit ihren Problemen nicht allein zu sein.“

Offenbar haben die Methoden Erfolg. Bothe berichtet: „Schon während des Programms sieht man, wie die Mütter besser mit ihren Kindern umgehen können.“ Außerdem lässt sich anhand von Fragebögen, die am Anfang und am Ende eines jeden Programms von den Teilnehmerinnen ausgefüllt werden, feststellen, dass die Bindung zwischen Mutter und Kind durch die Teilnahme am Programm verbessert wird.

Die Mütter erfahren vorrangig über die Einrichtungen, in denen ihre Kinder betreut werden, von dem Programm. Rosemarie Bothe fährt in jede Einrichtung und informiert Mitarbeiter und Einrichtungsleitungen. „Im Grunde“, so Bothe, „sind bis auf die neuen Einrichtungsleitungen alle informiert und können die Informationen an bedürftige Mütter weitergeben.“ Ohnehin arbeitet das Programm eng mit den Kindertageseinrichtungen zusammen. Die Kinder werden während der Sitzungen betreut, damit die Mütter ohne zusätzlichen Stress oder zusätzliche Kosten teilnehmen können.

2008 machte Bothe die Ausbildung zur Gruppenleiterin und ist somit eine der ersten Trainerinnen des Programms in Dormagen. Ihre langjährige Erfahrung als Erzieherin kommt ihr bei dieser Arbeit zugute.  Auch sie selbst war alleinerziehend, seit ihre Tochter 9 Jahre alt war, und kennt sich dadurch mit den Herausforderungen alleinerziehender Elternteile aus. Bei Fragen oder Problemen steht ihr das Team des „wir2“-Entwicklers, Prof. Matthias Franz von der Düsseldorfer Universität, zur Seite.

Im Familienbüro am Paul-Wierich-Platz erreicht man Rosemarie Bothe mittwochs von 14 bis 16 Uhr in einer offenen Sprechstunde. Um Informationen zu erhalten, kann man entweder direkt dort vorbeischauen oder unter der Telefonnummer 0173 48 47 305 anrufen.