Dormagen: Kinder experimentieren bei Bayer im Truck

Naturwissenschaften in Dormagen : Kinder experimentieren im Truck

Bayer will Jungen und Mädchen auf ungewöhnliche Art und Weise für Naturwissenschaften begeistern. Hilfreich ist dabei eine Kooperation mit der Berliner Humboldt-Universität, die mit einem mobilen „Labor“ anrückt.

Rachel, Danielle und Julian sitzen vor drei Schüsseln mit unterschiedlich temperiertem Wasser, Julian hantiert mit einer Wärmebildkamera. Die elf- bzw. zwölfjährigen Schüler aus Dormagen machen die Probe aufs Exempel: Was passiert, wenn sie ihre rechte Hand eine Weile in die Schüssel mit dem warmen Wasser, die linke gleichzeitig in die mit dem kalten halten – und anschließend beide zusammen in die mittlere mit dem lauwarmen Inhalt? Das Trio staunt: die eine Hand fühlt sich wärmer an als die andere, obwohl beide in der Schüssel mit dem lauwarmen Wasser gesteckt haben.

Bei dem kleinen Selbstversuch geht es um das Thema Temperaturempfinden, wie Janina Weber erklärt. Die Biologie- und Politikstudentin gehört zum zwölfköpfigen Team des „Humboldt-Bayer-Mobils“, das in dieser Woche auf Einladung der Bayer AG am Chempark Dormagen Station macht. In jeweils vierstündigen Einheiten sollen dort Jungen und Mädchen der Klassen 5 bis 8 aus acht örtlichen Schulen mit einer Mischung aus Theorie und praktischen Experimenten für Naturwissenschaften begeistert werden.

17 Meter lang ist das grün-weiße Mobil; der Truck beinhaltet sechs Experimentierstationen, an bis zu 15 Arbeitsplätzen kann gleichzeitig untersucht und ausprobiert werden, die Kinder schlüpfen quasi in die Rollen von Wissenschaftlern. Für den theoretischen Teil steht gleich nebenan der Info-Pavillon des Chemparks zur Verfügung. Das Konzept ist als Ergänzung des Unterrichts in der Unterstufe der Schulen vorgesehen. Der Truck ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bayer-Stiftung Science&Education, der Berliner Humboldt- Universität und der Stiftung Humboldt-Universität.

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„Wir möchten unsere Faszination für Naturwissenschaften an die Schüler weitergeben“, sagt Weber. Warum, erläutert Bayers Dormagener Standortleiter Norbert Lui, der als Vater zweier Kinder aus eigener Erfahrung weiß, welche Entdeckungsfreude Jungen und Mädchen oft zeigen: „Wir brauchen auch in Zukunft Wissenschaftler und suchen immer wieder junge Leute, die bei uns arbeiten möchten.“ Mit dem rollenden „Labor“ können potentielle Kandidaten frühzeitig angesprochen und für eine Ausbildung bei Bayer interessiert werden. Lui: „Bayer ist ein Innovationsunternehmen mit über 150-jähriger Geschichte. Wissenschaftliche Neugier und Pioniergeist liegen sozusagen in der DNA unseres Unternehmens.“ Die Bedeutung des Chemiestandorts für Dormagen unterstrich Michael Dries, 2. stellvertretender Bürgermeister. Mit frühzeitigen praktischen Erfahrungen könne man Kinder dazu animieren, ihre Stadt später im Beruf voranzubringen.

Die Dormagener Woche im „Humboldt-Bayer-Mobil“ steht unter dem Oberthema „Vermessung des Körpers“. Außer dem eingangs erwähnten Temperaturexperiment können die jungen Teilnehmer zum Beispiel herausfinden, wie sich die Luft beim Atmen verändert, wie gut sie sehen, hören und riechen, wie sich die Temperaturen verschiedener Körperzonen bei sportlicher Aktivität verändern. Sie können Puls und Blutdruck messen und beschäftigen sich mit einem Herz-Kreislauf-Modell.

Im „Humboldt-Bayer-Mobil“ lernen übrigens nicht nur die Schüler. Auch Jasmina Weber und ihre studentischen Mitstreiter, die die Kinder betreuen, vervollständigen ihre Kompetenzen: Im Kontakt mit den Fünft- bis Achtklässlern können sie ihre didaktischen Fähigkeiten erproben und trainieren.

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