Dormagen: Karnevalisten in Delhoven setzen Spitzen Richtung Nachbardorf

Umzug in Delhoven : Delver Karnevalisten setzen Spitzen Richtung Nachbardorf

Im Jahr zuvor hatte sich der Vorstand des FC Delhoven dem Kneipensterben im Dorf gewidmet, am Sonntag nun richtete die Truppe um Manfred Zingsheim den Blick gen Norden aufs Nachbardorf Straberg. Mit dem Slogan „Walddorf ade, Drogendorf olé – Rettet die Wälder, bringt Hanf auf die Felder“ erinnerte sie augenzwinkernd daran, dass kürzlich in Straberg eine Hanfplantage ausgehoben worden war.

Ein paar Spitzen gehören eben zum Karneval.

Den verstehen die Delver zu feiern, im Zelt und auf der Straße, wo die KG Thalia Blau-Weiß Delhoven traditionell am Kappessonntag einen stattlichen Zug an den Start bringt. Zur Stammbesetzung zählt da die finster dreinschauende Hunnenhorde, auch die Waldkindergärten aus Knechtsteden (unter  Treckerführung von Revierförster Theo Peters) und dem Tannenbusch (Waldwichtel mit roten Zipfelmützen) gehören quasi zum Inventar. Selbst die Delver Sandhasen hielt es trotz des ungemütlichen Windes, der durch die Hauptstraße pfiff, nicht in ihrem Bau. Erstmals auf der Startbahn mit ihrer pfiffigen Idee: Die „Delve Airlines“, angeführt von einer aus Pappmaché gebauten Propellermaschine, hinter der Eltern und Kinder in Uniform als Piloten und Flugbegleiter marschierten. Die Böschband Raubritter waren „zu Gast bei Disney im Märchenland“. Sie reihten sich ein zwischen den BlechPearl-Piraten und Indianerstämmen – alles blieb friedlich - , Rockabillys,  Clowns und in kuschelig-warme Overalls eingepackten Hühnern.

Einen Wagen mit der Aufschrift „Die Arbeit ist so grau, die Socken machen bunt“ steuerte der Karnevalsclub „Ärm Söck“ vom Blechhof, der trotz der selbst proklamierten schlechten Kassenlage wie alle Aktiven im Zug nicht mit Kamelle geizte. Die jubelnden Jecken am Straßenrad wurden buchstäblich mit Süßigkeiten, Blumen und sogar Spielzeug überhäuft.

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