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Dormagen: Insektenfreundliches Grün wird Standard

Natur in Dormagen : Insektenfreundliches Grün wird Standard

Die Stadt macht Ernst mit Maßnahmen zu Schutz und Förderung des Lebensraums der Nützlinge. Schon 35 Flächen wurden tiergerecht umgestaltet.

(NGZ) Dormagens Grünflächen bekommen insektenfreundliche Standards. Das teilt die Stadt mit. Die Technischen Betriebe Dormagen (TBD) haben im Rahmen des Projekts „Dormagen tut etwas für Insekten“ in Kooperation mit der Biologischen Station bereits 35 städtische Grünflächen im gesamten Stadtgebiet insektenfreundlich umgestaltet. Dabei hat die Reduzierung der Mahd eine große Bedeutung für die Förderung der biologischen Vielfalt: „Je nach den vorhandenen Pflanzenarten werden die Flächen nur noch dreimal jährlich gemäht“, erklärt Carsten Wienberg vom Umweltteam der Stadt.

Die Rückschnitte auf den Flächen erfolgen schrittweise, beim ersten Mähgang zu etwa 40, im zweiten Mähgang zu rund 60 und im dritten Mähgang dann zu knapp 80 Prozent der Gesamtfläche. „So bleibt immer etwas von den Wiesenpflanzen in ihrer Gänze auf den Flächen. Und Insekten, die in Pflanzenhalmen überwintern, können hier ein Habitat finden“, sagt Wienberg.

Aus Verkehrssicherheitsgründen und um einen Abstand zu den Nachbarn einzuhalten, wird in den Randbereichen der Flächen gegebenenfalls häufiger abgemäht. „Insgesamt haben wir unsere Pflegemaßnahmen grundlegend überarbeitet, so dass sie sich viel stärker als bisher am Artenschutz orientieren“, so Jens Wolf vom Bereich Grünflächen der TBD. Die neuen Standards werden auch den für die Stadt tätigen Dienstleistern vermittelt. Nach und nach sollen noch mehr Wiesenflächen entstehen, auf denen Gräser, Kräuter und Blumen wachsen, die als Nahrungsquelle und Lebensraum für Insekten bereit stehen.

Das Projekt für mehr Stadtnatur passt zum Jahresmotto ,Natürlich nachhaltig!‘ der Lokalen Allianz Dormagen. Unter dem Dach der Allianz sollten 2020 möglichst viele Aktivitäten zu den Themen Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit stattfinden, durch die Corona-Pandemie musste jedoch vieles abgesagt werden. „Umso schöner ist es, dass wir dennoch erfolgreiche Projekte wie die Holzbienen-Aktion oder eben diese anschieben konnten, um die Arten- und Biotopvielfalt in unserer Stadt zu erhöhen,“, sagt Klemens Diekmann, Sprecher der Lokalen Allianz.

Die Lokale Allianz Dormagen war im November 2010 als erstes Bündnis auf örtlicher Ebene im Rahmen der NRW-Allianz entstanden. Ihr Ziel ist die Förderung des Wohn- und Wirtschaftsstandorts Dormagen. Bürgern und Unternehmen bietet die Allianz eine gemeinsame Gesprächsplattform für unterschiedliche Projekte. Weitere Informationen unter www.lokale-allianz-dormagen.org