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Dormagen: Initiative wendet sich an Regierungspräsidenten​

Silbersee in Dormagen : Initiative wendet sich an Regierungspräsidenten

Die Bürgerinitiative Elvekum „Für den Neusser Süden und Dormagener Norden“ hat sich jetzt an den neuen Regierungspräsidenten Thomas Schürmann gewandt.

Ihr verzweifelter Ruf: „Wir bitten Sie, sich persönlich einzuschalten. Wir haben als Bürger unser Vertrauen an das korrekte Handeln und Tun der beteiligten Behörden in dieser Angelegenheit verloren.“ Es geht um die geplante Entwicklung des in Teilen stark verseuchten Silbersee-Areals, um das RWE-Gutachten und dessen Überprüfung (Validierung).

Die BI bittet darum, dass die Bezirksregierung das Verfahren an sich zieht und die Bearbeitung bis zu der Aufstellung des Sanierungsplans übernimmt. „Die Bezirksregierung soll ein neutrales Obergutachten veranlassen, welches sich mit der vorhandenen Altlastensituation, der bestehenden Gefährdungslage sowie möglichen und zumutbaren Sanierungsmaßnahmen auseinandersetzt“, sagt Sprecherin Dorothee Helten. „Sie soll insbesondere prüfen, ob überhaupt eine Entwicklung der Flächen am Silbersee möglich ist. Wir stellen in Frage, dass dies ohne Gefährdung von den dort arbeitenden Menschen möglich ist. Eine Gefährdung muss ausgeschlossen werden können.“

Das verloren gegangene Vertrauen habe, so Helten, insbesondere mit der „Intransparenz und der offensichtlich ,versuchten Verheimlichung‘ des so brisanten Inhalts der eingeholten Stellungnahme beigetragen.“ Die Sprecherin fordert: „Wir haben ein Recht auf ein faires Verwaltungsverfahren, und das stellen wir derzeit in Frage.“ Gleichzeitig stellt die Initiative in Frage, ob der Rhein-Kreis Neuss überhaupt Abwägungen und Entscheidungen in Angelegenheiten der Entwicklungsmaßnahme Silbersee durchführen sollte und dürfe. „Es ist für uns selbsterklärend, dass ein Interessenkonflikt besteht, wenn der Landrat als Behördenleitung mit Weisungsbefugnis gegenüber seinen Mitarbeitern befangen ist, wenn er zugleich Mitglied des Aufsichtsrats des Grundstückseigentümers RWE Power AG ist.“ Man habe diese Bedenken auch schon in dem derzeit bei der Bezirksregierung bearbeiteten Planfeststellungsverfahren zur A57-Anschlussstelle Delrath geäußert.

(schum)