1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Im Leibniz-Gymnasium gibt’s Kultur hoch drei

Schulen in Dormagen : Im Leibniz gibt’s Kultur hoch drei

Im Laufe des letzten Schuljahres hat das Leibniz-Gymnasium sein Kulturkonzept grundlegend erweitert und abgerundet. Das Ergebnis lautet „KulturHochDrei“ – und hat Angebot für Schüler jeden Alters im Gepäck.

Bo steht gerne auf der Bühne, denn dort fühlt er sich wohl. Dort kann er sich ausprobieren, und – wenn er möchte – während seiner gesamten Schullaufbahn auf der Bühne in verschiedene Rollen schlüpfen. Zu verdanken hat er diese Möglichkeit dem umfangreichen Kultur-Konzept seiner Schule. „KulturHochDrei“ ermöglicht allen Schülern des Leibniz-Gymnasiums eine kulturelle Bildung – und das sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unterrichts.

Dazu gehört nicht nur das Spielen in einer der drei Theater-AGs, das Bo so gerne macht. Besonders gut findet der Siebtklässler nämlich, dass er in der AG all das anwenden kann, was er bereits in der Unterstufe gelernt hat. „So etwas wie Bühnenbild oder Mimik und Gestik“, sagt Bo, habe er bereits in der musik- und theaterbetonten (MUT) Klasse fünf und sechs, gelernt. In der so genannten „MUT-Klasse“ – dem Steckenpferd des kulturellen Bildungsangebotes der Schule – können die Schüler zwischen den beiden Schwerpunkten Musik oder Theater wählen und erhalten darin zwei ergänzende, praxisorientierte Unterrichtsstunden. Zusätzlich verpflichten sie sich, an einer AG teilzunehmen.

Bo (r.) bei den Proben der Theatergruppe der Mittelstufe. Foto: Maren Könemann

Bo hat sich für die Theater-AG entschieden, die er jetzt in der Mittelstufe weiterhin besucht. Anders als Johannes (14). Er hat sich für den Differenzierungskurs „Kunst-Musik-Darstellendes Spiel“, kurz „KuMuDa“, entschieden, der in der siebten und achten Klasse angeboten wird. Und das obwohl er nicht in der „MUT-Klasse“ war. „Ich habe drei Jahre lang bei der Musical-AG mitgemacht“, erzählt er. Und die hat ihn neugierig gemacht: Jetzt lerne er verschiedene Darstellungsmethoden oder Schauspieltheorien im Unterricht, erzählt er. Für die Oberstufe könne er sich vorstellen, in die Theater-AG einzutreten. „Ich habe mal eine Aufführung gesehen, und das ist schon sehr anspruchsvoll“, sagt der 14-Jährige.

Für Schulleiter Herbert Kremer und Leiterin der Schulkultur Nicole Kassanke war es bei der Erstellung des Kultur-Konzepts besonders wichtig, ein durchgehendes, übergreifendes und vereinheitlichtes Angebot zu erschaffen. „Wir nennen uns nicht ohne Grund eine Schule, die Vielfalt nach vorne bringt“, so Kremer. Angefangen habe laut Nicole Kassanke alles mit der MUT-Klasse. „Eltern haben sich gewünscht, dass das Angebot auch nach der sechsten Klasse noch weitergeht“, so Kassanke. Also habe man das Angebot erweitert und damit abgerundet. Externe Künstler, Regisseure oder Schauspieler arbeiten im Rahmen des vom Land geförderten Programms „Kultur und Schule“, für das sich das Leibniz-Gymnasium jährlich erfolgreich bewirbt, mit den Schülern zusammen, mit einem Theater-Abo können Schüler der Stufen E bis Q2 regelmäßig Theateraufführungen besuchen, es werden Kultur- und Theaterfahrten veranstaltet und in der siebten Klasse können Schüler an der AG „Mediales Gestalten“ für das Arbeiten mit Film und Schnitt teilnehmen. Das Ergebnis der vielen Arbeit wird schließlich in zahlreichen Schulveranstaltungen präsentiert, wie kürzlich beim Kammerkonzert, bei dem es neben musikalischen Beiträgen auch Lesungen der Schüler gab.