Konzert im „Pink“ „Heroes“ rollen Bowie den Klangteppich aus

Dormagen · Die sechs Musiker sehen sich nicht als Revival-Band, sondern sie interpretieren die Stücke des Musikers.

25 Studioalben umfasst der musikalische Nachlass des 2016 gestorbenen Ausnahme-Künstlers David Bowie. Kann man ein solches Oeuvre in zweieinhalb Stunden Konzert pressen? Man kann. Den Beweis traten am Freitagabend „Heroes“ an, eine sechs Mann starke Bowie-Tribute-Band aus dem beschaulichen Schwäbisch Hall.

Konzertmacher Jorgos Flambouraris hatte die Jungs aus dem Ländle nach Dormagen ins „Pink“ eingeladen. Jung sind sie, noch keine 30, studierte, studierende und sehr gute Musiker allesamt, nett anzuschauen und gut drauf. Frontmann Jonas Kalnbach sieht aus wie Jim Morrison, trägt aber Anzug und stellt gleich klar, dass heute Abend nicht Bowie auferstehen wird. „Wir sind keine Revival-Band, sondern spielen die Stücke so, wie wir sie verstehen und empfinden“, sagt er. Das merkt man schon nach dem zweiten Song.

Dort stehen Rock’n’Roller auf der Bühne, die sich in ihren Soli ausleben, das Schlagzeug dominiert. Die Siebziger Jahre bestimmen die ersten 60 Minuten und mit Starman, Oh you pretty things und Space Oddity sind schon einige der bekanntesten Bowie-Songs dabei – alle auf Rock getrimmt. „Gefällt mir“, sagt Alex, der mit Freundin Alina ins „Pink“ gekommen und eingefleischter Bowie-Fan ist. Ein älteres Ehepaar sieht das anders, verabschiedet sich in der Pause mit dem Hinweis, da gebe es andere Tribute-Bands, „um Längen besser“.

Das harte Urteil wird den „Heroes“, neben Frontmann Jonas Kalnbach namentlich Jan Martin (Gitarre), Jonas Martin (Drums), Jonas Vohmann (Bass), Ferdinand Reutter (Kevboard) und Leo Enders (Gitarre) nicht gerecht. Sie spielen Bowie auf ihre Art handwerklich sauber, gut und mitreißend, nur tritt dabei das Avantgardistische, der Facettenreichtum, der Bowies Werk ausmacht, in den Hintergrund. Sogar „China Girl“, eine ausgewiesene Synthie Pop-Nummer, wird verrockt. Den allermeisten Gästen gefällt’s, einige tanzen ausgelassen zu „Let’s dance“ – auch ohne rote Schuhe. „Ich finde die Band klasse, und wir zeigen mit dem Konzert, dass Dormagen auch anders kann als Schlager und Kölsch“, sagt Flambouraris, verhalten zufrieden ob der rund 50 Besucher.

(fg-)
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