Dormagen: Gestohlene Platten am Rheinfelder Ehrenmal ersetzt

Nach Diebstahl : Neue Platten für das Ehrenmal in Rheinfeld

Nach dem Diebstahl der Bronze-Vorgänger in Rheinfeld gibt es nun Ersatz. Die neuen Platten sind aus Stein und können nicht mehr so leicht entwendet werden.

Im März 2017 wurden drei Bronzetafeln, die die Namen der Rheinfelder Gefallenen der zwei Weltkriege trugen, vom Ehrenmal an der Piwipper Straße gestohlen – bereits zum zweiten Mal. Zum Heimatfest im Mai konnte der Vorsitzende des Heimatvereins Rheinfeld, Jürgen Bartsch, jetzt seine Rede am frisch renovierten Ehrenmal halten: Die Bronzetafeln wurden durch Steintafeln ersetzt, die für Metalldiebe in Zukunft uninteressant sein sollten, wie die Rheinfelder hoffen.

„Ein Ehrenmal dient dazu, der gefallenen und verstorbenen Menschen aus zwei Weltkriegen zu gedenken, Trost zu spenden und auf Terror und Gewalt hinzuweisen“, betonte Bartsch noch einmal. Dass dieses Denkmal beschädigt und die Bronzegedenktafeln von Metalldieben entwendet wurden, erzürnte nicht nur Bürgermeister Erik Lierenfeld, der voriges Jahr sagte: „Für dieses Abmontieren der Ehrenmal-Platten fehlt mit jedes Verständnis.“ Eine Entrüstung ging durch Rheinfeld, wie Bartsch berichtete: „Wie kann es sein, dass ein solches Gut derart beschädigt wird und den Hinterbliebenen ein Stück Heimat genommen wird? Umso wichtiger ist es, die Erinnerungsstätte wieder herzustellen.“

Und so hat es der Heimatverein mit interessierten Rheinfeldern und der Stadt Dormagen als Eigentümer geschafft, „die Geschichte weiterzuschreiben“, wie Bartsch darauf hinwies, dass das Ehrenmal mit Gedenktafeln aus Stein wieder hergestellt wurde. Diese Idee der Steintafeln, um zukünftige Diebstähle zu vermeiden, sei in gemeinsamen Gesprächen der Beteiligten entstanden. Besonders bedankte sich der Vorsitzende des Heimatvereins bei Helmut Heiles und Dr. Peter Seifert sowie den zuständigen Mitarbeitern der Stadt Dormagen: „Jetzt ist es wieder möglich, die einzelnen Namen der Verstorbenen nachzulesen, sich an sie zu erinnern und ihrer zu gedenken“, so Bartsch: „Ein Stück Heimat ist wieder hergestellt, und mir hat es persönlich gezeigt, dass die Bürger aus Rheinfeld mit ihrer Heimat, ihrem Zuhause, sehr verbunden sind.“ Er regte an, diese Gedenkstätte an der Piwipper Straße häufiger zu beachten und an ihr für eine Gedenkminute zu verweilen.

Der Landschaftsverband Rheinland hatte das Bauwerk als bedeutendes Geschichts-Zeugnis in die Denkmalliste aufnehmen lassen: Die Rheinfelder hatten sich in den 1920er Jahren trotz einiger Widerstände stark für die Errichtung eingesetzt, die 1926 verwirklicht wurde. Die finanziellen Mittel wurden zu einem großen Teil von der Bevölkerung gespendet.

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