Dormagen: Georgische Lehrerin an der Regenbogenschule

Austauschprogramm mit Schule in Dormagen: Georgierin an der Regenbogenschule

Drei Wochen lang hospitiert die aus Georgien stammende Lehrerin Nino Abaschidse an der Regenbogenschule in Rheinfeld. Inspiriert durch vielfältige Eindrücke kehrt sich bald in ihre Heimat zurück.

„Eine Lehrerin aus dem Ausland bei uns zu Gast an der Schule zu haben, ist eine große Bereicherung für alle Beteiligten“, erläutert der Schulleiter der Regenbogenschule Thomas May. „Es ist wichtig für die Kollegen, mal über den Tellerrand zu schauen.“ Ein Auslandsaufenthalt durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) ermöglicht es Lehrern, an Schulen in anderen Ländern zu hospitieren: Sie schauen sich den Unterricht an, lernen neue Unterrichtsmethoden kennen und erweitern so ihre Fähigkeiten und Kenntnisse.

Nino Abaschidse hospitiert nun bereits in ihrer dritten und damit letzten Woche an der Regenbogenschule. „Ich werde mit vielen Anregungen, Ideen und Tipps in meine Heimat zurückkehren“, erläutert die Georgierin. Ihre Faszination für die deutsche Sprache hat sie bereits in der 4. Klasse entdeckt, sodass sie mittlerweile an der „Deutschen Internationalen Schule Tbilissi“ Deutsch als Fremdsprache, Mathematik und Ethik unterrichtet. Da Nino Abaschidse zudem stellvertretende Schulleiterin in Tiflis ist, interessiert sie sich neben den Unterrichtsinhalten und didaktischen Methoden ebenfalls sehr für die Verwaltung und für die Organisation an den deutschen Schulen.

Vor ihrem jetzigen Aufenthalt hat sie Deutschland bereits zwei Mal im Rahmen von Stipendienprogrammen besucht. „Mir ist aufgefallen, dass Deutschland vielfältiger geworden ist.“, berichtet Nino Abaschidse von ihren Erfahrungen und Beobachtungen. „Im Vergleich zu früher begegnet man auf der Straße heute viel mehr unterschiedlichen Sprachen und Kulturen.“

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Aber nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch im direkten Vergleich zwischen Deutschland und ihrem Heimatland gebe es einige Unterschiede. So seien die deutschen Schüler allgemein etwas zurückhaltender. „Unsere Kinder in Georgien sind lauter“, stellt sie lachend fest. Auch unterscheiden sich die Schulen in einigen Punkten voneinander: „Mich beeindruckt hier die Solidarität im Lehrerkollegium“, sagt Abaschidse. So würden die Vertretungsstunden, die sich im Allgemeinen eher geringerer Beliebtheit erfreuten, wie selbstverständlich und ohne großes Zögern von den Kollegen übernommen werden.

Für den Zeitraum ihres Aufenthalts in der Bundesrepublik wohnt Nino Abaschidse bei einer Kollegin in Delhoven, die auch für ihre „touristischen Highlights“ sorge. Gemeinsam haben sie schon Köln und Aachen besucht. Aber auch Abaschidse selbst vermittelt die Kultur ihres Heimatlandes gerne weiter: Im Rahmen einer kurzen Präsentation hat sie ihre Kollegen im Lehrerzimmer mit den typischen Eigenheiten und wichtigsten Informationen zu ihrem Heimatland und ihrer Schule vertraut gemacht.

Obwohl die Regenbogenschule zum ersten Mal an dem Austauschprogramm teilgenommen hat, besteht die Bereitschaft, sich erneut für den PAD zu bewerben. „Das Austauschprogramm ist im Lehrerkollegium sehr positiv angekommen“, berichtet Schulleiter Thomas May. „Wir denken zudem darüber nach, eine feste Partnerschaft zwischen der Regenbogenschule und der ‚Deutschen Internationalen Schule Tbilissi‘ zu etablieren.“

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