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Dormagen: Ganz anderes Jubiläumsfest in Horrem

Jubiläum in Dormagen : Ganz anderes Jubiläumsfest in Horrem

Totenehrung mit Kranzniederlegung im kleinen Kreis, Überraschungsbesuch beim Königspaar und viele kleinere Zugtreffen statt großem Schützenfest zum 100-Jährigen: Die Horremer feiern in Corona-Zeiten kreativ.

Es hätte das Fest-Wochenende zum Jubiläum „100 Jahre St.-Hubertus-schützenbruderschaft Horrem“ sein sollen, doch wurde das Horremer Fest wie alle anderen in ganz Dormagen wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Das hinderte die Schützen nicht daran, Gemeinschaft zu erleben.

Eine Tradition hielt der Vorstand der Bruderschaft am Samstagabend aufrecht, als die Schützen am Ehrenmal auf dem Horremer Dorfanger der Opfer der Kriege und der verstorbenen Mitglieder, darunter Ehrenpräses Fritz Reinery. gedachten. Der Geistliche Begleiter Martin Brendler sprach ein Gebet, das Tambourkorps „Germania“ Horrem begleitete die Zeremonie der Kranzniederlegung mit dem Lied „Der gute Kamerad“.

 Der 13. Jägerzug baut auf dem Goldberger Hof die Residenz von Kronprinz Markus Wetzel (3.v.l.) zurück.
Der 13. Jägerzug baut auf dem Goldberger Hof die Residenz von Kronprinz Markus Wetzel (3.v.l.) zurück. Foto: Klein

An die schwierigen Anfänge der Bruderschaft vor 100 Jahren, direkt nach dem Ersten Weltkrieg, erinnerte Brudermeister Manfred Klein in seiner bemerkenswerten Rede: „Viele Opfer waren auch in Horrem zu beklagen, die Besatzer ließen kaum ein normales Leben zu.“ Mit Trotz, Mut und Zuversicht aber hätten diese Horremer Männer die Gründung einer Schützenbruderschaft gestartet: „Sie gaben damit gleichzeitig allen Horremer Frauen und Männern ein Signal: ,Wir geben nicht auf. Lasst uns zusammenstehen, denn nur so gestalten wir die Zukunft’“, sagte Manfred Klein, der sich bei allen Männern – und seit kurzem auch Frauen – in leitenden Funktionen der Bruderschaft dafür bedankte, dass sie den Bestand über die Jahrzehnte hinweg sicherten.

 Der 2. Jägerzug überrascht Königspaar Bernhard und Anne Schmitt mit Geschenken.
Der 2. Jägerzug überrascht Königspaar Bernhard und Anne Schmitt mit Geschenken. Foto: Carina Wernig

„Das war uns sehr wichtig“, erläuterte Manfred Klein das Festhalten der Bruderschaft und des TC Horrem an der Totenehrung. Nach Absprache mit dem städtischen Ordnungsamt wurde eine kleinere Abordnung erlaubt. „Es durfte nur keinen Menschenauflauf geben“, betonte Klein.

„Was für ungewöhnliche Zeiten“, sagte der Geschäftsführer des TC Horrem, Dietmar Symalla, in seiner Ansprache, in der er sich dankbar dafür zeigte, dass „wir heute hier so gesund zusammenstehen“. Soziale Kontakte vermissten alle sehr. Symalla zitierte den kürzlich verstorbenen Pastor Fritz Reinery: „Heimat ist das Gefühl für eine Gemeinschaft, das trägt man ganz tief in seinem Herzen.“ Dieses Gefühl sollten alle sehr schätzen, so Symalla: „Wir sehen, wie schnell das gehen kann, dass wir eben nicht so feiern können, wie wir es wollten.“

Mit zahlreichen kleinen Treffen haben viele Schützen das Jubiläumswochenende coronabedingt in kleinem Kreis gefeiert. So besuchte der 2. Jägerzug „Us krieje se net unger d´r Dösch“ am Samstag Gräber verstorbener Kameraden auf dem Friedhof. Bevor bei Kaffee, Kuchen und Grillgut zugintern gefeiert wurde, besuchte eine Abordnung um Zugführer und Zugkönig Ruben Gnade das Königspaar Anne und Bernhard Schmitt: „Statt des Festes gibt es wenigstens Blumen, Wein und Süßigkeiten für Euch“, sagte er. „Schön, wie Ihr an uns denkt“, sagte Schützenkönig Bernhard, der bis nächsten Juni im Amt bleibt. „Ihr seid ein tolles Volk“, jubelte seine Königin Anne. Auch das Kronprinzenpaar, das nun erst 2021 gekrönt wird, sieht es gelassen: „Wir machen das Beste draus“, meinte Heike Wetzel. Kronprinz Markus, der seit 40 Jahren der Bruderschaft angehört, stimmte zu, betonte aber: „So früh wie im Oktober 2019 bauen wir die Residenz nun nicht wieder auf.“ So baute der 13. Jägerzug „Immer op Zack“ am Freitagabend parallel zum Krönungstermin auf der Domplatte bei Zugmitglied und Oberst Jürgen Klein auf dem Goldberger Hof die Residenz wieder ab.

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