Areal am Tannenbusch Paten für Hundefreilaufwiese gesucht

Dormagen · Nachdem die Politiker im Hauptausschuss der neuen Nutzung nahe Tannenbusch mehrheitlich zugestimmt haben, wollen Hundehalter die Betreuung der Fläche organisieren.

 Claudia Hofheinz mit Schäferhundmischling Holly auf der Fläche an der Zufahrt zum Tannenbusch, die ab Frühjahr als Hundefreilaufzone genutzt werden soll.

Claudia Hofheinz mit Schäferhundmischling Holly auf der Fläche an der Zufahrt zum Tannenbusch, die ab Frühjahr als Hundefreilaufzone genutzt werden soll.

Foto: Stefan Schneider

Holly fühlt sich sichtlich wohl. Neugierig inspiziert sie das Gelände an der Zufahrt zum Tannenbusch, das bis zum kommenden Frühjahr zu einer Freilaufzone für sie und ihre Artgenossen umgestaltet werden soll. Noch muss der Schäferhundmischling der Familie Hofheinz freilich angeleint bleiben. Denn die benötigte Einfriedung des Areals fehlt bislang. Für die Fläche im Landschaftsschutzgebiet sollen ein maximal 1,20 Meter hoher Zaun, eine Eingangs- und Ausgangsschleuse sowie schützender Bewuchs, die ein Ausbüxen der freilaufenden Vierbeiner verhindern sollen, angeschafft werden. Ebenso sind diverse, nicht fest zu montierende Spielgeräte für Hunde vorgesehen. Dafür werden Spenden benötigt. Mindestens genauso dringend werden darüber hinaus ehrenamtliche Paten gesucht, die die Hundefreilaufzone regelmäßig auf Schäden und Verschmutzungen kontrollieren.

Die Koordination haben Claudia Hofheinz und ihr Mann Jörg übernommen, Gaby Groten und deren Lebenspartner sind ebenfalls im Boot. Die erste Initiative zur Anlage einer Hundefreilqaufzone habe vor gut fünf Jahren ihre damals noch minderjährige Tochter Angelina bei einem Besuch beim Bürgermeister gestartet, berichtet Claudia Hofheinz. 2015 hatte die Dormagener FDP dazu einen Antrag für die politischen Gremien gestellt.

Daran erinnerte auch Bürgermeister Erik Lierenfeld im Hauptausschuss Anfang September: „Das Schwierige war, eine geeignete Fläche zu finden“, erklärte er die lange Umsetzungszeit, während der die Verwaltung ein gutes Dutzend Areale begutachtet hatte: „Das ist die bestmögliche Fläche für eine Hundewiese.“ Er danke der Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) für die Bereitschaft, die Wiese einzuzäunen und zu pflegen und freue sich über das Engagement der ehrenamtlichen Paten, die sich dafür einsetzen wollen, dass die Wiese in gutem Zustand bleibe.

Über die Finanzierung und die Gestaltung des für fünf Jahre als Ausnahme genehmigten Zaun gab es eine kurze Diskussion im Ausschuss. So hielt Tim Wallraff, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, der als einziger dagegen stimmte, die Fläche so nah am Familienausflugsziel Tannenbusch nicht für geeignet, da „die auf 1,20 Meter limitierte Einzäunung die Hunde nicht drinhält“. Zudem befürchtete er finanzielle Auswirkungen. Die SVGD stelle eine „Art Jagdzaun“ zur Verfügung und trage die Kosten dafür, erklärte der Bürgermeister. Fachbereichsleiter für Bürger- und Ratsangelegenheiten Harald Schlimgen ergänzte: „Die Landschaftsschutzfläche wird nicht umgewidmet, daher dürfen wir keinen Stahlgitterzaun aufstellen. Aber wir werden auf ausreichenden Schutz der anderen Besucher achten.“ Zudem appellierte Erik Lierenfeld an Hundehalter, auf ihre Tiere auch auf der Freilaufwiese aufzupassen: „Die Hundewiese ist kein rechtsfreier Raum.“

Die Hundefreunde um Claudia hofheinz haben unterdessen im sozialen Netzwerk Facebook die Gruppe „Hundewiese im Tannenbusch – Wir für Dormagen“ eingerichtet, wo sich alle Interessierten informieren können. Zudem kooperieren sie vorerst mit dem Tierschutzverein Notpfote Animal Rescue, um Spenden akquirieren zu können. Das ist aus organisatorischen und rechtlichen Gründen nötig, weil die Befürworter der Hundefreilaufzone selbst kein eingetragener Verein sind, der Spenden entgegen nehmen kann.

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