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Dormagen: Festival in Zons würdigt Komponistinnen

Kultur in Dormagen : Festival würdigt Komponistinnen

Fünf Konzerte und ein Vortrag an drei Tagen sind im Kreismuseum Zons ausschließlich den Werken von Frauen gewidmet. Das Festival läuft vom 29. bis 31. Oktober.

Mozart, Beethoven, Bach... Namen bekannter männlicher Komponisten kommen selbst Menschen locker über die Lippen, die sonst mit klassischer Musik wenig am Hut haben. Bei Komponistinnen sieht das ganz anders aus. Da haben die meisten Nicht-Fachleute wahrscheinlich keine einzige oder höchstens Clara Schumann direkt parat. Joachim Fischer und seine Mitstreiter vom Verein der Freunde und Förderer des Kreismuseums Zons und Museumsleiterin Karina Hahn finden das nicht nur bedauerlich, sondern auch ungerecht. Denn die Vertreterinnen der Komponistenzunft haben großartige, hörenswerte Werke geschaffen. Förderverein und Kreismuseum würdigen dies mit einem dreitägigen Festival an der Zonser Schloßstraße. Vom 29. bis 31. Oktober finden in der Nord- bzw. in der Bootshalle des Museums insgesamt fünf Konzerte mit Kompositionen statt,  die ausschließlich von Frauen kreiert wurden.

Der Förderverein widmet sich seit zehn Jahren den Kompositionen von Frauen. Seinen Ursprung hatte dies in einer Radiosendung des WDR, wie Joachim Fischer erzählt. „Ich habe mir schon damals gedacht, dass Komponistinnen in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu schlecht wegkommen, weil ihre Werke so selten gespielt werden. Das wollte ich ändern und ihnen eine Bühne geben.“

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Anfangs sei es schwierig gewesen, Kontakt zu Fachleuten zu bekommen, doch letztendlich gelang dies über die frühere Lehrerin der Musikschule Dormagen, Dorothy Gemmeke.  Seit 2012 haben der Förderverein und das Kreismuseum neun entsprechende Einzelkonzerte organisiert. „Nur eines musste ausfallen, weil die Pianistin krank geworden war“, erinnert sich Fischer. Zum zehnjährigen Jubiläum sollte es nun etwas Besonderes sein, „in einem größeren Rahmen“, so Fischer. Da traf es sich gut, dass vor zwei Jahren ein Trio in Zons spielte, zu dem Cosima Streich gehörte, die im Aachener Raum bereits zwei ähnliche Veranstaltungen organisiert hatte. Sie erklärte sich bereit, die künstlerische Leitung für die aktuelle Veranstaltung in Zons zu übernehmen.

Museumsleiterin Karina Hahn findet, dass das Festival hervorragend zu ihrem Haus passt. „Wir werfen ja als eine Art Nischenmuseum hier gerne das Licht auf Dinge, um die sich die Menschen sonst weniger kümmern“, sagt sie. Ihr sei zwar bewusst, dass viele nicht wüssten, was sie bei einem Komponistinnenfestival erwarte. Doch sie appelliert an Musikinteressierte, „sich auch mal auf etwas Neues einzulassen. Es geht schließlich um tolle Frauen, die tolle Musik machen“.

Etwas Neues im Neuen ist die Matinee am Sonntag, 31. Oktober, ab 11 Uhr in der Nordhalle. Der Förderverein hatte nämlich einen Kompositionsauftrag für das Festival an die Portugiesin Helena Cánovas Parés erteilt. Und was daraus geworden ist, kommt dann bei der Uraufführung dieses Werks erstmals vor Publikum zu Gehör.

Qualität dürfen die Besucher bei allen Konzerten erwarten. Denn viele der Ausführenden, die Mehrzahl davon sind übrigens ebenfalls Frauen, können viele Auszeichnungen vorweisen. Die Musikerinnen und Musiker stammen aus der ganzen Republik.

Im nächsten Jahr wird es im Kreismuseum voraussichtlich kein Festival, sondern wieder ein Einzelkonzert geben, bei dem das Schaffen von Komponistinnen gewürdigt wird. Der Aufwand für den Förderverein sei sonst zu hoch, erläutert Joachim Fischer. „In der Vorbereitung eines Festivals steckt doch sehr viel Kleinarbeit.“ Nicht zu unterschätzen sind die Kosten. Sie belaufen sich laut Fischer auf rund 30.000 Euro, zumal viele der Musiker auch beherbergt werden müssen. Zu stemmen ist eine solche Summe nur mit großzügigen Spenden. Die Veranstalter hoffen, dass über diese Schiene noch der ein oder andere etwas zur Finanzierung beisteuern möchte. Fischer ging bereits mit gutem Beispiel voran. Er hat gerade den Bürgerpreis erhalten. Die damit verbundene Zuwendung hat er ins Festival fließen lassen.

Ein Festivalticket für alle Konzert-Veranstaltungen liegt bei 68 Euro.  Doch es gibt auch Tickets für die einzelnen Aufführungen. Alle Tickets gibt es im Kreismuseum zu erwerben.