Dormagen feiert ein buntes Stadtjubiläum

Gelungene Veranstaltung : Dormagen feiert buntes Stadtjubiläum

Anlässlich des 50. Geburtstages der Stadt öffnete das Neue Rathaus am Sonntag seine Türen. Bürgermeister Lierenfeld präsentierte auf der Bühne das erstgeborene Kind der Stadt sowie Ehepaare mit 50-jährigem Hochzeitsjubiläum.

Im Jahr 1969 wurde aus zwei Teilen ein Ganzes: Die Gemeinden Dormagen und Hackenbroich schlossen sich zu der Stadt Dormagen zusammen. Das allein wäre schon Grund genug für die Dormagener gewesen, am Sonntag gemeinsam zu feiern. Da das Stadtjubiläum aber mit dem Michaelismarkt sowie dem 50-jährigen Jubiläum des Dormagener Chors „Rejoice“ und dem 20-jährigen Bestehen des Ringkaufhauses zusammenfiel, gab es gleich mehrere Anlässe. Trotz des eher unbeständigen Wetters ließen sich viele Dormagener diese Gelegenheit nicht nehmen.

Langweilig dürfte es nicht gewesen sein: Verkaufsoffener Sonntag, unterschiedliche Händler- und Imbissstände, Brandlöschübungen der Feuerwehr sowie ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit verschiedenen musikalischen Acts standen auf dem Programm. Darunter die Mühlengarde Tuniertänzer der Tanzgarde Zons, der Chor „Rejoice“ und die „Solid Studs“, die amerikanische Populärmusik auf die Dormagener Bühne holten.

Anlässlich des Jubiläums hatte sich die Stadt auch etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Auf der Bühne präsentierte Bürgermeister Erik Lierenfeld mehrere Dormagener Eheleute, die sich vor 50 Jahren das Ja-Wort gaben. Lierenfeld schlüpfte in die Rolle des Moderators und stellte den Ehepaaren die ein oder andere persönliche Frage. Mit auf der Bühne war auch das Ehepaar Marianne und Adam Malzkorn. Was aus heutiger Sicht etwas ungewöhnlich scheint, ist der Weg, über den sich die beiden kennenlernten: Über eine Heiratsannonce in der Zeitung kam es zum ersten Treffen. Mittlerweile haben die beiden drei Enkelkinder. Ebenfalls mit auf der Bühne waren der mittlerweile 50-jährige Oliver Gebauer und seine Eltern. Er war damals das erste in der Stadt Dormagen geborene Kind. Daher führte Lierenfeld auch mit den Gebauers ein kurzes Gespräch auf der Bühne. „Ich habe mich sehr für die Einladung gefreut“, verriet Gebauer. Heute lebt er in Solingen. „Der Liebe wegen hat es mich dorthin verschlagen.“ Geboren wurde er noch im alten Krankenhaus, dem heutigen Augustinushaus. Das Kreiskrankenhaus Hackenbroich gab es damals noch nicht.

Oliver Gebauer war erstes Baby nach der Stadtwerdung. Foto: Tinter, Anja (ati)

Außerdem öffnete das neue Rathaus seine Türen für die Bürger: Im Erdgeschoss zeigte ein „Walk of History“, der vom Haupteingang zum Familienbüro führte, ausgewählte Meilensteine der Stadtgeschichte von 1969 bis heute. Im Ratssaal hatten die Besucher die Möglichkeit, von Heimatforscher und Zonser Stadtwächter Herman Kienle filmisch in die Stadthistorie eingeführt zu werden. Der 78-Jährige entwickelte schon sehr früh seine Leidenschaft für Stadtgeschichte und bietet seit mittlerweile mehr als 50 Jahren Stadtführungen an. Er ist Vorsitzender des Denkmalschutzes der Stadt Zons und hat bereits mehrer Publikationen veröffentlicht. In der dritten Etage des Rathauses konnten die Besucher in einer Ausstellung die Entstehungsgeschichte der heutigen Stadt bei einer gemütlichen Runde Kaffee und Kuchen nachverfolgen. Auch für die kleinen Besucher wurde bestens gesorgt: Das Familienbüro bot neben Kinderschminken auch ein ein sogenanntes „Instrumentenkarussell“, organisiert von der Dormagener Musikschule, an: Hier konnten sich die Kleinen musikalisch austoben und an unterschiedlichen Instrumenten, wie beispielsweise Gitarren, Geigen oder einer Riesenblockflöte, ausprobieren. „Wir hatten hier heute schon einige Talente sitzen“, so Musikschulleiterin Eva Krause-Woletz.