1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Eselpark reagiert auf Besucher-Chaos

Dormagen. Tiere und Anwohner sollen geschont werden : Eselpark reagiert auf Besucher-Chaos

Beim Besuchertag am Sonntag kamen mehrere hundert Menschen – zu viel für die Tiere. Nach zwei Stunden wurde der Hof wegen Überfüllung geschlossen. Leiter Peter Norff zieht Konsequenzen für die kommenden Besuchertage.

Ein wenig geschockt ist Peter Norff noch immer. Zum einen, weil er sich über das unermessliche Interesse an seinem Eselpark in Zons freut, zum anderen, weil er von den vielen Esel-Fans beim ersten Besuchertag des Jahres schlichtweg überrannt wurde. Mehrere hundert seien am vergangenen Sonntag gekommen, berichtet Norff – weitaus mehr, als der Eselpark-Leiter jemals erwartet hätte. Für die Tiere war der Massenandrang etwas zu viel Trubel, weshalb das Eselpark-Team den Hof nach zwei Stunden schloss. In Zukunft solle es so nicht mehr laufen, sagt Peter Norff – zum Wohl der Tiere. Er hat aber bereits einen Plan dafür, wie er den Besucheransturm künftig in Zaum halten kann.

„Es war unglaublich, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Peter Norff. „Pausenlos“ seien die Besucher ab 13 Uhr eingetroffen. Durch den stetigen Besucherstrom bildete sich schnell eine lange Warteschlange. „Die Leute standen am Ende vom Tor auf dem Hof bis zur Aldenhovenstraße“, berichtet Norff – eine Strecke von über 100 Metern. Und obwohl viele Besucher Norffs mehrfach erwähntem Rat auf der Facebook-Seite des Eselparks gefolgt sind und mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist waren, war die Park-Situation durch den Massenandrang angespannt. Stadtsprecher Max Laufer sprach am Montag von einem „Park-Chaos“ – vor allem im Märchenviertel, „wo alles zugeparkt war“. „Das Ordnungsamt ist sogar mit Megafonen durch den Wald gelaufen“, so Laufer. Innerhalb von 15 Minuten habe das Chaos aber aufgelöst werden können, so dass Zufahrten und Rettungswege wieder passierbar waren. Die Polizei habe zudem die Grünflächen an der Aldenhovenstraße zum Parken freigegeben, um „kurzfristig den Druck herauszunehmen“. Das wurde gut angenommen, berichtet Peter Norff: „Die Autos standen bis runter nach Zons.“ Die Zusammenarbeit habe laut Ordnungsamt und Polizei sehr gut funktioniert, berichtet Max Laufer. Auch Peter Norff habe durch ständigen Kontakt zu den Behörden dazu beigetragen, lobte Laufer.

Für den Eselpark-Leiter ist nun aber klar: So kann es nicht weitergehen. „Wir möchten ungern mit unserer Nachbarschaft aneinandergeraten, und für die Tiere ist es absolut nicht gut, wenn so viele Besucher da sind.“ Zwar hatte er bereits im Vorfeld geplant, die Besucher am Sonntag nur in Vierergruppen zu den Tieren zu lassen, doch letztlich hat wohl auch das nichts mehr genutzt. „Die Tiere sind am Ende nervös geworden, hauptsächlich die Esel. Man hat gemerkt, dass sie einen solchen Ansturm nicht gewohnt sind. Dann haben wir sofort abgebrochen“, sagt Peter Norff. Gemeinsam mit seinem Team habe er nun überlegt, wie die kommenden Besuchertage – zwei finden im April statt – ablaufen sollen: Es wird einen limitierten Eintrittskarten-Verkauf mit vorheriger Anmeldung geben. Das teilte Norff am Montagabend per Facebook mit. Norff wünscht sich nämlich, dass sowohl seine Tiere, als auch seine Gäste mehr von einem Besuch haben. „Wir wollen den Leuten ja auch etwas über die Tiere erzählen, aber so klappt das nicht“, sagt der Eselpark-Leiter, der am Wochenende mit rund 20 Helfern vor Ort war. 

Und noch etwas hat Norff geplant: „Wir wollen aus dem Eselpark einen Tierschutzhof machen, in dem wir Tiere aus schlechter Haltung aufnehmen, aufpäppeln und wieder abgeben oder sie ganz bei uns behalten. Wir wollen dazu auch Schulungen anbieten.“ Doch dafür fehlt es an Platz. Peter Norff hofft deswegen auf eventuelle Hilfe der Pächter der umliegenden Grundstücke.