Dormagen: Entführte Schafe sind zurück am Deich

Kurioser Fall aus Dormagen: Entführte Schafe sind zurück am Deich

Zwei Dormagener und ein Kölner haben gestern Nacht zwei Lämmer in Stürzelberg entwendet. Bei einer Polizeikontrolle fielen sie auf. Schäfer Giammaria Mossa ist glücklich: "Endlich wurden Diebe einmal erwischt."

Zwei Dormagener und ein Kölner haben in der Nacht zu Montag zwei Lämmer in Dormagen-Stürzelberg entwendet. Bei einer Polizeikontrolle fielen sie auf. Für Schäfer Giammaria Mossa war es nicht das erste Mal, dass ihm Tiere gestohlen wurden: "Endlich wurden Diebe einmal erwischt."

Im wahrsten Sinne des Wortes in die Arme schließen konnte Giammaria Mossa in der Nacht zu Montag zwei Lämmer, die er in der Hauptwache der Feuerwehr an der Kieler Straße im Gewerbepark Top West abholte. Kurz nach Mitternacht klingelt bei Familie Mossa zu Hause in Grevenbroich das Telefon. Ein Polizist erklärte dem aus Schlaf gerissenen Schäfer, dass zwei seiner Tiere bei einer Polizeikontrolle im Kofferraum eines Autos entdeckt worden sind. "Die konnte ich dann sofort abholen", erzählt Mossa, der einfach nur glücklich ist: "Endlich wurden zwei Diebe mal gefasst. Es ist sonst immer schwierig, den Diebstahl von Schafen aus einer Herde zu beweisen."

Einer Polizeistreife war am Sonntag gegen 23.30 Uhr auf einem Waldparkplatz zwischen Ückerath und Gohr ein verdächtiges Auto aufgefallen, das mit drei Männern besetzt war, zwei Dormagenern im Alter von 27 Jahren und einem 30-jährigen aus Köln. Als die Beamten das Fahrzeug näher in Augenschein nahmen, staunten sie nicht schlecht. Im Kofferraum des Opel befanden sich zwei lebendige Schafe.

Die völlig verschreckten Tiere schienen jedoch den Umständen entsprechend unversehrt zu sein. Das Trio mit griechischem Pass tischte den Beamten eine Geschichte auf, die die Polizisten sofort der Kategorie "unglaubwürdig" zuordneten: "Sie behaupteten, es handele sich um Schafe eines Bekannten, der verreist sei, und die sie jetzt in Obhut genommen hätten", sagt Polizeisprecherin Daniela Dässel. Weil die beiden Lämmer so genannte Ohrmarken trugen, konnte der Besitzer schnell ermittelt werden: Giammaria Mossa.

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Als der Schäfer in der Nacht bei der Feuerwehr in Dormagen auftauchte, fand er zwei Lämmer, um die sich gut gekümmert worden ist. "Sie haben natürlich sofort Wasser bekommen", erzählt Stadtsprecher Swen Möser. "Die Tiere wirkten etwas verstört und waren, so ganz ohne Anbindung zu ihrer Herde, ein wenig bockig." Für die Feuerwehr sind Tiereinsätze keine Ausnahme, aber dann geht es meist um Hunde oder Katzen. "Schafe kommen wirklich sehr, sehr selten vor", so Möser.

Schäfer Mossa stellte schnell fest, dass das Trio die beiden Lämmer von einer Weide auf dem Deich zwischen Zons und Stürzelberg gestohlen hatte. "Sie haben dabei auch den Elektrozaun stark beschädigt", erzählt er. Was die Männer mit den Lämmern vorhatten, das kann Mossa nur vermuten, konkreter wollte er sich dazu jedoch nicht äußern. Auf die Schafdiebe kommt nun eine Strafanzeige wegen Diebstahls und des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu.

Es ist nicht das erste Mal, dass Mossa von Schaf-Diebstählen betroffen ist. Ein ganz schlimmes Jahr war 2015. Damals verlor er innerhalb eines halben Jahres ein Dutzend Schafe, die auf bestialische Weise getötet wurden. "Das war schlimm", erinnert er sich ungern. Unbekannte hatten im Rheinpark-Gelände in Neuss die Tiere geschächtet. Wenige Wochen später entdeckten Spaziergänger den abgetrennten Kopf eines Schafs auf einer Wiese am Martinsee an der B 9. "So etwas habe ich bislang noch nie erlebt", sagte ein getroffener Mossa.

(schum)