Dormagen: Dormagen, ein Wintermärchen

Dormagen: Dormagen, ein Wintermärchen

Wer gerade verliebt ist, niedrige Temperaturen und frische Luft nicht scheut, der konnte gestern in Dormagen romantische Gefühle und Zweisamkeit in märchenhafter Kulisse genießen. Häuser, Straßen und Bäume lagen wie wattiert unter einer dicken Schneeschicht, ein in hiesigen Gefilden nicht allzu oft zu sehendes Bild. Viele zogen allerdings einen Platz im warmen Zimmer auf der Couch einem Spaziergang unter freiem Himmel vor. Auf der Kö, in Dormagens Fußgängerzone, waren ab dem späten Vormittag, als die Flocken immer heftiger gen Boden trudelten, jedenfalls nur verhältnismäßig wenige Passanten zu sehen.

Die Verkehrsverhältnisse gestalteten sich schwierig, die meisten Straßen wurden zu Rutschbahnen. Die bei den Technischen Betrieben (TBD) angesiedelten Streu- und Räumdienste in Dormagen hatten schon am Freitagabend und am Samstag gut zu tun, gestern zog die Belastung noch einmal an. Am Sonntag war laut Bernd Lewerenz, Leiter des Baubetriebshofes bei den Technischen Betrieben, die gesamte, knapp 30 Kräfte zählende Truppe im Einsatz - also neben den Besetzungen der Großfahrzeuge auch Mitarbeiter, die per Hand streuen.

Romantiker wie dieses Paar zog es gestern in Dormagen nach draußen. Foto: Tinter Anja

Gegen die weiße Pracht kamen die emsigen Kräfte aber nur nach und nach an. Da war Geduld gefragt. In den sozialen Medien wurde am Mittag bereits Kritik laut, dass nicht schnell genug geräumt bzw. gestreut werde - zum Beispiel auf der Landstraße 380 von Nievenheim nach Neuss. Auch der Ausfall von Bussen wurde beklagt. Andere nahmen es gelassener. In Delrath etwa wurden eifrig Schneemänner gebaut. Der von Lara Janßen hatte sogar blaue Augen. Eine NGZ-Leserin reagierte auf aktuelle Sportereignisse, indem sie ihrem Schneemann einen BVB-Schal umband und den weißen Gesellen "Peter Stöger" taufte. So konnte sie den neuen Trainer ihres Herzensclubs auf originelle Weise willkommen heißen.

Seltenes Bild am Schweinebrunnen in Zons. Foto: Anja Tinter

Die Polizei hatte bereits von Freitag auf Samstag, in der ersten Schneenacht im Kreis, 23 witterungsbedingte Verkehrsunfälle verzeichnet. Dormagen kam mit zwei Unfällen in diesem Zeitraum glimpflich davon. Gestern zwischen 11.30 Uhr und 15.30 Uhr registrierte die Polizei kreisweit 28 witterungsbedingte Einsätze, davon fünf in Dormagen. Bei einem der Unfälle wurde an der Dr. Geldmacher-Straße eine Ampel schwer beschädigt. Stefan Schneider

(NGZ)