Dormagen: Ein Gutachten soll Treppen-Aufzug retten

Projekt in Dormagener City : Ein Gutachten soll den Treppen-Aufzug retten

Ein „Nein“ der CDU würde unweigerlich zur Ablehnung des Aufzugs führen. Daher schlägt die CiDo vor, einen Experten anzuhören.

Die Stadtverwaltung bereitet weiter neue Berechnungen für einen Aufzug vor, mit dem die steile Treppe an der „Sparkassen-Passage“, die die Kölner Straße und die Straße „Unter den Hecken“ verbindet, barrierefrei werden könnte. In der Sitzung des Eigenbetriebsausschusses am 9. Oktober könnte über die Sanierung und Ausstattung der Treppenanlage beraten werden. Im Juli war der Punkt wegen nicht komplett abgearbeiteter Prüfaufträge von der Tagesordnung genommen worden. „Im Oktober wären wir soweit“, erklärte Kämmerin Tanja Gaspers, die Verantwortliche für den Eigenbetrieb im Verwaltungsvorstand. „Inzwischen habe ich auch Kontakt zum Eigentümer der Parkplatzfläche gehabt, der keine Vorbehalte geäußert hat“, sagte Gaspers, die betonte, dass die Treppe auf jeden Fall grundsaniert werde. Barrierefreiheit sei ein wichtiges Ziel, über dessen Ausgestaltung die Politik entscheiden müsse.

Die sanierungsbedürftige „Sparkassen-Treppe“ führt von der Straße Unter den Hecken zur Kölner Straße und zum Rathausplatz. Foto: Carina Wernig

Damit Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer einfacher den Höhenunterschied vom beliebten Parkplatz Unter den Hecken zur Einkaufsstraße bewältigen können, hat sich die City-Offensive Dormagen (CiDo) gemeinsam mit anderen Teilnehmern des Runden Tischs Barrierefreiheit für einen Aufzug an dieser Stelle ausgesprochen. Da die CDU mehrfach Bedenken geäußert hatte, trafen sich nun CiDo-Vorsitzender Guido Schenk und Seniorenbeirats-Vorsitzender Hans-Peter Preuss als Mitglieder des Runden Tischs Barrierefreiheit mit CDU-Fraktionschef Kai Weber und dem stellvertretenden CDU-Stadtverbandsvorsitzenden René Schneider, um die Chancen für einen solchen Aufzug auszuloten. Denn ein kategorisches Nein der CDU zu den Plänen würde wegen der Koalitionsvereinbarung mit der SPD, nach der nicht gegeneinander gestimmt werden darf, das Aus für die Aufzuglösung bedeuten.

Und René Schneider hält einen Aufzug an dieser Stelle aus mehreren Gründen für „sehr problematisch“, wie er unserer Redaktion auf Nachfrage bestätigte: „Der Parkplatz, an dessen Ende der Aufzug geplant ist, hat ein zu starkes Gefälle. Das Grundstück gehört nicht der Stadt, die Treppenbreite würde halbiert, was den Begegnungsverkehr erschwert. Zudem sind Vandalismus und Störungen zu befürchten“, begründete Schneider seine Ablehnung. Er verweist auf „zahlreiche nicht ausgelastete Behinderten-Parkplätze anderswo in der Innenstadt“, die stattdessen genutzt werden könnten. Er habe in dem Gespräch mit der CiDo weitere Alternativen vorgeschlagen: „Die Rampe könnte bis an den Bürgersteig verlängert werden, so dass sie ein geringeres Gefälle bekäme“, so Schneider, der sich auch vorstellen kann, dass auf dem Parkplatz Unter den Hecken die Treppe am Ende Richtung Kappesberg abgeflacht werden könne: „Wenn wir dort noch Behinderten-Parkplätze ausweisen, können die Besucher vom Parkplatz aus den Aufgang Kappesberg nutzen.“ Und er stellt in Aussicht, dass „das eingesparte Geld dem Runden Tisch für weitere Barrierefreiheits-Projekte zur Verfügung gestellt wird“. Es gehe ihm nicht darum, das Geld zu sparen: „Wir wollen es nur sinnvoll verwenden“, spricht er sich für eine Alternative zum Aufzug aus, zudem es in der VR Bank und an anderer Stelle Aufzüge gebe.

„Wir alle sind uns einig, dass wir eine Verbesserung der Treppe erreichen wollen“, betont Guido Schenk, Vorsitzender der CiDo, die sich seit Jahren für einen Lift an dieser Stelle ausspricht. Schenk verweist darauf, dass noch nicht alle Lösungen in Betracht gezogen wurden: „Es müsste ja kein senkrechter Aufzug sein, auch ein Schrägaufzug ist möglich.“

Alternative Parkplätze seien kein Grund, an dieser Stelle auf die „große Chance einer tollen Lösung“ zu verzichten: „Wir schlagen vor, einen unabhängigen Gutachter, zum Beispiel vom TÜV Rheinland prüfen zu lassen, ob ein Aufzug an dieser Stelle Sinn macht.“ Guido Schenk betont, dass subjektive Wahrnehmungen, wie oft ein Aufzug still stehe, „uns nicht weiter bringen, vor allem weil sich die Aufzugtechnik in den vergangenen Jahren extrem verbessert hat“.

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