Dormagen: Dormagen droht Hochwasser

Dormagen : Dormagen droht Hochwasser

Seit Donnerstag informiert die Hochwasserzentrale in Mainz Deichgräf Eduard Breimann über den aktuellen Rheinpegel. Der wird in den kommenden 48 Stunden auf bis zu 7,56 Meter steigen, ab acht Metern werden Hilfskräfte alarmiert.

Wenn im Hause Breimann das Faxgerät anspringt, bleiben noch 48 Stunden Zeit. Gestern, kurz nach 13 Uhr, schickte die Hochwasserzentrale Mainz die ersten Zahlen an Dormagens Deichgräf. Weitere Daten folgen in regelmäßigen Abständen. Klar ist: Die Stadt muss sich auf ein drohendes Hochwasser vorbereiten. "Wir betrachten derzeit die Abflusslage am Oberrhein", erklärt der Deichgräf. Neben der Schmelze aus dem Bereich Bodensee drohen Wassermassen aus den Nebenflüssen Neckar, Main, Nahe und Mosel. Zudem rechnet Breimann in den kommenden Tagen mit Niederschlägen.

Einsatzwände ab 8,50 Meter

Der Pegel des Mittelrheins soll in den kommenden 48 Stunden auf 7,45 und 7,65 Meter ansteigen. Ab einem Wasserstand von acht Metern werden Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Reservistenkameradschaft Dormagen alarmiert. "Ab einem Stand von 8,50 Meter werden die mobilen Einsatzwände aufgestellt und Big Bags platziert", erklärt der Deichgräf. Ab dem gleichen Pegel werden die Anwohner von Unter- und Uferstraße aufgefordert, ihre Autos wegzufahren. Erst ab einem Pegel von 11,80 würde Landrat Hans-Jürgen Petrauschke übernehmen.

Auf die Schifffahrt hat das Hochwasser noch keine großen Auswirkungen. Zwar fahren die Schiffe schon jetzt in der Strommitte und mit gedrosselter Geschwindigkeit. "Bei uns gibt es derzeit noch keine Einschränkungen", erklärt Ineos-Sprecher Tobias Spyra. Das Unternehmen orientiert sich am Düsseldorfer Pegel. Ab einem Wasserstand von 8,80 Metern müssen die Schiffe vor Anker bleiben. In Köln beträgt die Marke 8,30 Meter. Die Hochwasserschutzzentrale in Köln hat erste Maßnahmen ergriffen. "Wir richten uns auf höhere Pegelstände am Wochenende ein", sagte Agenieszka Jabczynska von der Hochwasserzentrale. Als erstes betroffen bei einem Hochwasser wäre laut Eduard Breimann der Bereich am Tor 1 von Bayer. Dort trifft die höhere Dormagener Deichanlage auf den niedrigeren Kölner Deich. "Wir orientieren uns am so genannten Bemessungshochwasser (BHW) der Bezirksregierung in Düsseldorf", erklärt der Deichgräf. Die Höhe des Dormagener Deiches sei schon jetzt 50 Zentimeter höher ausgerichtet als die BHW-Empfehlung; bei einer Instandsetzung des maroden Deiches soll der BHW-Wert sogar um einen Meter überschritten werden. An der Haltbarkeit hat Eduard Breimann keine Zweifel: "Der Erddeich ist sicher."

(NGZ/jco)