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Dormagen: Dormagen diskutiert DHC-Pläne

Dormagen : Dormagen diskutiert DHC-Pläne

Der Dormagener Handball-Club (DHC) Rheinland bildet eine Spielgemeinschaft mit der HSG Düsseldorf. Erste Reaktionen darauf, dass die Hälfte der Heimspiele nicht mehr im Sportcenter, sondern in Düsseldorf stattfinden.

Die Ankündigung des Handball-Zweitligisten DHC Rheinland, mit dem Liga-Konkurrenten HSG Düsseldorf eine Spielgemeinschaft zu bilden, ist in Dormagen auf ein geteiltes Echo gestoßen. Kämmerer Kai Uffelmann betont: "Für die Stadt ist Profi-Handball in Dormagen wichtig und ein Identifikationsfaktor, daher werden wir den DHC weiter unterstützen, wo wir können." Die Professionalisierung des Sports verlange offensichtlich nach neuen Konzepten. Dass dabei die Hälfte der Heimspiele nicht mehr in Dormagen ausgetragen werden soll, sei jedoch "eine bittere Pille".

Heinz Hilgers, ehemaliger Bürgermeister von Dormagen und glühender DHC-Fan, will die Entwicklung zunächst einmal abwarten und zeigt sich noch skeptisch: "Wenn die Hälfte der Spiele in Düsseldorf stattfänden, wäre das nicht so einfach." Die HSG habe zudem viel weniger Fans als der DHC.

Außerordentlich begrüßt Dieter Welsink, CDU-Fraktionsvorsitzender im Rhein-Kreis Neuss, diese "interregionale Zusammenarbeit von DHC und HSG". Der ehemalige Vorsitzende des Kreissportbundes wünscht sich weitere Bündnisse: "Wir wollen weiter Bundesligasport im Rhein-Kreis sichern, dazu soll auch die TSV-Jugendarbeit mit eingebunden werden."

Für den Vorsitzenden des TSV Bayer Dormagen, Karl-Josef Ellrich, kamen die Nachrichten gestern allerdings überraschend. "Mit uns hat noch keiner gesprochen", erklärt er. Dabei ist der TSV maßgeblich am Ligabetrieb des DHC beteiligt. "Dadurch, dass wir Gesellschafter des DHC sind, hat dieser seine Ligalizenz", macht Ellrich deutlich. Er erwartet nun, dass die DHC-Geschäftsführung das Gespräch mit dem TSV sucht. Würde der DHC nur noch die Hälfte seiner Heimspiele in Dormagen austragen und weniger in der Halle am Höhenberg trainieren, hätte das auch finanzielle Auswirkungen auf den TSV. "Dann müssen wir überlegen, wie wir noch an Geld kommen", verwies Ellrich auf Verbindlichkeiten, die gegenüber dem Hauptsponsor Bayer AG bestünden.

Edel-Fan Christian Genzer kann sich nicht vorstellen, zu DHC-Spielen nach Düsseldorf zu fahren — "und da geht es vielen ähnlich wie mir: Man fährt doch nicht zu einem Heimspiel nach auswärts". Der DHC und die HSG verbindet nach Ansicht von Christian Genzer eine Hass-Liebe. Ihm wäre jedenfalls eine Spielgemeinschaft mit dem TV Korschenbroich lieber. "Dorthin haben wir gute Kontakte, die Korschenbroicher sind sympathischer und netter."

(NGZ)