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Dormagen: Die griechische Sängerin Maria Farantouri trat auf der Freilichtbühne Zons auf.

Dormagen : Maria Farantouri pflegt das populäre griechische Kunstlied

Und plötzlich verwandelt sich die Freilichtbühne Zons in ein griechisches Amphitheater. Maria Farantouri betritt die Bühne. Sie ist die griechische Sängerin par excellence. Bräuchte es in Griechenland keine Erläuterungen über ihre Person und ihre Musik, so bedarf es in unseren Gefilden doch einiger Hinweise.

Farantouri ist zwar weltweit aktiv und gewiss zahlreichen Kennern ein Begriff, in Deutschland aber eher ein Geheimtipp. Genauso wie die Musik, die sie groß gemacht hat, die sie heute noch mit Grandezza interpretiert, merkt man der Stimme der 1947 in Athen geborenen Sängerin bisweilen ihr Alter an.

Und jene besondere griechische Musik, die ein Phänomen ist, das es in Deutschland so nie gab, nennt sich „Éntechno Tragoudi“, das so genannte griechische populäre Kunstlied. Musik, die folkloristische Elemente mit noch am ehesten dem französischen Chanson vergleichbaren kunstmusikalischen Aspekten verschmelzt. Die zugleich überaus politisch ist, gesellschaftliche Themen in engagierten Texten zum Ausdruck bringt und oft auf Texten namhafter griechischer Dichter beruht.

Kaum ein Name ist mit dieser Kunstform enger verknüpft als Mikis Theodorakis, der griechische Komponist und politische Aktivist, als dessen ideale Interpretin Farantouri galt und noch heute gilt. So spielte seine Musik bei dem Konzert auf Einladung von Pitsy-Entertainment auch eine beachtenswerte Rolle. Aber auch die von Manos Hadjidakis, mit „Persephones Albtraum“.

Musikalisch auf den Punkt umrahmt von Henning Schmiedt (Piano), der zugleich für die Arrangements verantwortlich zeichnete, Jens Naumilkat (Cello), Volker Schlott (Saxophon, Flöte und Percussion) und Heracles Zakkas am traditionellen Bouzouki, der griechischen Laute. Doch auch leichtfüßigere populärere griechische Klänge enthielt Farantouri dem Publikum nicht vor. Wenngleich sowohl Musiker als auch die Sängerin immer und in jedem Augenblick musikalisches Stilgefühl ausstrahlten. Sie betonten die feinsinnige Seite der Musik, die auf der Oberfläche auch mal typisch griechisch anmutend, auch populär wirken mag. Leider verschloss sich diese Dimension aber dem Zuhörer bisweilen. Ausführlichere Erläuterungen in Moderationen hätten hier wahrscheinlich Abhilfe geschaffen.