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Dormagen: Deichverband überprüft Schutzelemente vor Hochwasser

Deichschutzübung in Dormagen : Deichverband ist gewappnet

Regelmäßig müssen die Schutzelemente überprüft werden, damit sie im Ernstfall einen guten Schutz vor Hochwasser bieten können. Am Wochenende halfen die Reservisten-Kameradschaft und die Feuerwehr dabei.

3000 Säcke werden stets für den Ernstfall bereitgehalten: Wenn der Rheinpegel bei Stürzelberg auf 8,5 Meter oder mehr steigt. „Dann werden wir aktiv“, bestätigt Deichgräf Joachim Fischer. Und dass Übung den Meister macht, hat sich am Wochenende einmal mehr bestätigt. Um in der Hochwasserperiode für alle Einsatzfälle gerüstet zu sein, übt der Deichverband Dormagen/Zons einmal im Jahr den Ernstfall unter Einsatz aller Beteiligten wie der  Feuerwehr Reservistenkameradschaft. Das Technische Hilfswerk hatte nicht teilgenommen, um seine Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen.

„Diese Übung machen wir stets in der warmen Jahreszeit“, so Fischer, der sich bereits am frühen Morgen mit den Helfern in der Zentrale des Deichverbands getroffen hatte, um die administrativen und coronabedingten Dinge zu erledigen. So musste sich zum Beispiel jeder Helfer aus Gründen der Nachvefolgung in eine entsprechende Liste eintragen. Masken konnten, mussten aber nicht getragen werden, doch sollte der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

An diesem Wochenende standen jedoch nicht in erster Linie die Sandsäcke im Fokus, sondern die massiven Elemente, die zum Schutz der Bevölkerung und ihrer Häuser vor Hochwasser dienen. Mit einem Traktor wurden sie an die Übungsstelle zwischen Zons und Stürzelberg transportiert. Rund 30 fleißige Helfer hatten dort bereits die Hemdsärmel hochgekrempelt und packten kräftig mit an.

Erik Heinen von der Feuerwehr Dormagen und ebenfalls von der Reservisten-Kameradschaft behielt in seiner Doppelfunktion den Überblick: „Wir haben die Straße für den öffentlichen Verkehr gesperrt, um die Arbeiten zügig und in Ruhe durchführen zu können“, sagte er. „Zumal wir in diesem Jahr viele junge neue Leute dabei haben, die alles genau anschauen können und sich bereits nach kurzer Zeit gut ins Team eingefügt haben. So gewinnen wir Multiplikatoren.“

Auch wenn es um die Übung für den Ernstfall geht, stand für Heinen nicht die Schnelligkeit im Vordergrund, sondern die Sorgfalt. „Schon ein halber Millimeter Ungenauigkeit kann viel ausmachen.“ 150 Meter Deichschutz bauten die Helfer auf und benötigte dafür rund fünf Stunden. In Zons hingegen wurden Deichtore überprüft.

„Was uns im Ernstfall Probleme bereiten könnte, waren nicht die Elemente und Tore selbst, sondern ihre Zuordnung. Im Anschluss an die Deichschutzübung werden wir deshalb mit den Verantwortlichen besprechen, wie wir die Lagerung optimieren können, um wertvolle Zeit einzusparen.“

Deichgräf Fischer lobte: „Die erfahrenen Helfer arbeiten mit jeder Übung routinierter und zügiger.“ Die regelmäßigen Übungen zahlten sich aus. „Wir müssen sicher sein, im Ernstfall alles parat zu haben“, sagte Fischer. Der Ernstfall sei aber erstmal nicht zu erwarten. „Aktuell haben wir einen Wasserstand von etwa 1,85 Metern, das liegt deutlich unter Stufe eins des Drei-Stufen-Plans zum Hochwasserschutz.“

Dennoch soll bei jeder Übung nicht nur geprüft werden, ob die Qualität der Schutztore in Ordnung ist, alle Elemente vorhanden und gut zugeordnet sind und die Helfer schnell genug in der Lage sind, sie aufzubauen, sondern auch, ob die Zusammenarbeit funktioniert. Beim Wasserstand orientiert sich der Deichverband am Kölner Pegel. Erst wenn dieser auf neun Meter steigt, muss dringend gehandelt werden. „Das letzte Hochwasser hatten wir im Winter 2017/2018, als das Wasser auf 8,5 Meter angestiegen war. Daraufhin wurden die Leiter informiert und es wurde überprüft, ob alle Helfer einsatzbereit sind. Ist jemand nicht verfügbar, gibt es Ersatz.“