Dormagen: Das Schmetterlingsfeld an der Mathias-Giesen-Straße

Serie Rätsel der Stadt Dormagen : Das Schmetterlingsfeld an der Mathias-Giesen-Straße

Das Areal mit den bunten Insekten auf der linken Seite des Friedhofseingangs soll Familien bei der Trauerbewältigung helfen.

Der Schmetterling aus Holz ist 30 mal 20 Zentimeter groß. In die Mitte hat jemand ein rotes Herz gemalt. Auf dem linken Flügel erkennt man Blumen, auf dem rechten eine Sonne. Drei dieser Holzschmetterlinge stecken auf Metallstäben. Dazwischen steht eine 1,20 Meter hohe Steinstele. Blumen, Kerzen und Engelsfiguren wurden hier abgelegt. 2002 regte der Verein „Initiative Schmetterlinge“ an, dass in Dormagen eine Grabstätte für Schmetterlingskinder angelegt wird. Der Begriff Schmetterlingskind ist ein anderes Wort für Fehlgeburt. Unter Fehlgeburt wird eine Leibesfrucht verstanden, die keine Lebenszeichen wie Herzschlag und Lungenatmung aufweist und ein Gewicht von unter 500 Gramm hat. Fehlgeburten unterliegen nicht der Bestattungspflicht. 2005 wurde auf dem Friedhof in Dormagen das Schmetterlingsfeld eingeweiht.

Wenn man den Eingang an der Mathias-Giesen-Straße benutzt, liegt es auf der linken Seite. „Die Stadt bietet Eltern die Möglichkeit, dass ihr gestorbenes Kind dort bestattet wird“, sagt Markus Schink, Leiter der Friedhofsverwaltung der Technischen Betriebe Dormagen. Wird das nicht gewünscht, wird die Fehlgeburt verbrannt. „Zur kostenlosen Bestattung erhält man von uns einen Schmetterling aus Holz. Eltern, Geschwister und Großeltern können ihn individuell gestalten und auf dem Grabfeld aufstellen“, so Markus Schink. Da die Beisetzung ohne Namen erfolgt, dient eine Stele als zentrale Ablagestelle. Auf der Steinsäule ist die Verwandlung des Insekts zu sehen: Von der Raupe über die Puppe bis zum Falter. Der Schmetterling ist ein christliches Symbol der Auferstehung und soll zeigen, dass die Schmetterlingskinder in den Himmel kommen.

„Für die Familien haben wir nicht nur einen Ort für Trauer geschaffen“, betont der Friedhofsverwalter, „sondern auch einen Ort für Kontakte.“ Angehörige können am Grabfeld miteinander ins Gespräch kommen.