Dormagen-D'Art: Juroren treffen Vorauswahl

Dormagen: Viele Künstler am Start : D’Art-Juroren wählen beste Kunstwerke

Nur etwa 100 Exponate können bei der D’Art ab kommender Woche gezeigt werden. 174 wurden eingereicht. Dennoch fiel der aus Melanie Guthe, Martina Storm und Holger Hagedorn bestehenden Jury ihre Arbeit nicht allzu schwer.

Die Vorbereitungen auf die inzwischen 16. Auflage der D’Art werden durch einen Trauerfall überschattet: Norbert Nuckel, der von den Juroren 2016 mit dem ersten Platz ausgezeichnete „Titelverteidiger“ ist in der vergangenen Woche im Alter von 69 Jahren verstorben. „Er war der erste, der sein Bild abgegeben hat“, erzählt Kulturbüro-Leiter Olaf Moll.

„Farbe bekennen“, lautet das Motto der D’Art diesmal, und das muss sich nach den Worten von Melanie Guthe „entweder optisch widerspiegeln oder inhaltlich“. Häufig wiederkehrende Motive bei den eingereichten Bildern sind Religiosität und Sexualität. Farbe gezeigt und bekannt wird auch mit einem die Zuschauer eines Fußballspiels zeigenden Bild. Die Politik spielt beim „Farbe bekennen“ als Motiv indes keine Rolle, was den einen oder anderen durchaus überraschen mag Durchaus passend zum Motto der D’Art ist für Melanie Guthe der „bunte Mix“ aus vielen verschiedenen Materialien. Die Grafikerin und Designerin aus Düsseldorf ist zum vierten Mal als Jurorin dabei und bildet mit Martina Storm, die an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule unterrichtet, sowie dem Multi-Media-Künstler Holger Hagedorn aus Pulheim ein inzwischen eingespieltes Team. Drei Werke maximal darf jeder Künstler ausstellen, wobei diese Höchstgrenze jedoch nicht ausgereizt wurde, wie die Zahlen belegen: Insgesamt 81 Bewerber haben 174 Bilder und 17 Skulpturen eingereicht, die gestern bewertet wurden. Was Moll besonders freut: „30 Bewerber sind erstmals dabei. Auch wenn die D´Art kein reiner Profi-Wettbewerb ist, spielen Qualitätskriterien eine wichtige Rolle: Eine Chance für ambitionierte Hobbykünstler kann die D’Art folglich nur dann sein, wenn gewisse künstlerische Standards eingehalten werden.

Womit dann die Jury am Zug ist: Gestern machten sich die drei Juroren ans Werk, um die Exponate zu ermitteln, die ab Freitag, 23. Februar im Kulturhaus an der Langemarkstraße zu sehen sein werden. Dies übrigens länger als geplant: Statt schon Mitte Januar schließt die Ausstellung mit der Prämierung der drei besten Exponate erst am 12. Februar. „Es war diesmal nicht schwer, da die Schere sehr weit aufgeht“, brachte Holger Hagedorn seinen Gesamteindruck auf den Punkt. Seine beiden Kolleginnen teilen diese Einschätzung durchweg. Wobei sich Martina Storm deutlich mehr Zeit bei der Punktevergabe ließ: „Leider darf man die Bilder nicht bewegen und gegeneinander austauschen, so muss man sie im Gedächtnis behalten.“ Peinlich geachtet wird bei der Bewertung Olaf Moll zufolge darauf, dass die Juroren einzelne Exponate „auch nur ansatzweise keinem Künstler zuordnen können.“ Aus demselben Grund legt er auch Wert darauf, dass die Jury nicht selbst aus Dormagen stammt. Was für die Teilnehmer jedoch unabdingbare Voraussetzung dafür ist, bei der D’Art mitmachen zu können. „Es reicht nicht, wenn jemand eine Tante in Dormagen hat und mit der mal Kaffee trinkt“, betont Moll. Das Kulturbüro organisiert die D’Art erneut gemeinsam mit den Dormagener Kunstexperten Irmela Hauffe und Ulrico Czysch. Die Resonanz bei den Künstlern wie auch dem Publikum, zeigt für Moll, „dass sich die D’Art etabliert hat“. Allein für die Eröffnung in der kommenden Woche rechnet er mit 250 Besuchern.

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