Dormagen: CDU befürchtet Verkehrsprobleme wegen neuer Kitas

Dormagen : CDU Nievenheim befürchtet zu viel Verkehr durch neue Kitas

Die Stadt soll prüfen, welche Auswirkungen eine weitere Kindertagesstätte für die ohnehin belastete Bismarckstraße brächte. Die Caritas ist für diesen Standort.

Auf der Bismarckstraße könnte es in absehbarer Zeit hektisch werden. Grund dafür wäre eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen, die in einem Umkreis von wenigen hundert Metern Schule und Kindertagesstätten besuchen. Denn der Ort wird ein junger Stadtteil durch den Zuzug von vielen Familien mit Kindern. Sie benötigen möglichst bald einen Betreuungsplatz. Dem will die Stadt zum einen durch den Bau einer sechsgruppigen Kita auf dem ehemaligen Gelände des Hallenbads sowie die evangelische Kirchengemeinde durch eine „neue“ fünfgruppige Kita neben der Kreuzkirche Rechnung tragen. Mit der möglichen Folge, dass es zumindest morgens zu Verkehrsbehinderungen kommt, mit schwierigen Situationen für die Kinder. Die CDU Nievenheim hat sich daher an die Stadt gewandt mit dem Antrag, dieses Szenario zu betrachten und mögliche verkehrliche Auswirkungen auf der ohnehin neben der Neusser Straße am meisten belasteten Straße des Ortsteils darzustellen.

Eines stellt Carola Westerheide, im Stadtrat schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion sowie Mitglied im Ortsverband Nievenheim, klar: „Wir sind nicht gegen diese Planungen. Aber wir wollen klare Verhältnisse und dass im Vorfeld geprüft wird, ob das alles gut zusammenpasst.“ Also auch die Frage: Ob das Rasengrundstück neben der Kreuzkirche tatsächlich geeignet ist für eine fünfgruppige Einrichtung.

Das evangelische Jugend- und Sozialwerk Norf-Nievenheim (NoNi) betreibt an der Neusser Straße eine dreigruppige Kita. Weil der Bedarf nach Kitaplätzen, vor allem bei den unter Dreijährigen sehr groß ist und die auf gleichem Gelände gelegene Friedensschule ebenfalls Platzbedarf hat, eröffnet sich folgende Perspektive: Die NoNi-Einrichtung wird an die Bismarckstraße verlegt und wird dort in einem Neubau zur fünfgruppigen Einrichtung. Mit der Folge, dass die Grundschule ihre viel zu kleine Offene Ganztagsschule erweitern und modernisieren kann. „Das wäre für uns eine schnelle und gute Lösung“, sagt Diakonie-Vorstand Bernd Gellrich. Für ihn wäre die Fläche neben der Kreuzkirche, die in Besitz der Stadt ist, sehr gut geeignet. „Eine Änderung des Flächennutzungsplans wäre notwendig. Ideal wäre, wenn die neue Kita an dieser Stelle zum Kitajahr 2021/22 fertig wäre.“

Keine hundert Meter entfernt, soll schräg gegenüber, dort wo das Straßenschild „Am Hallenbad“ auf etwas verweist, was längst Geschichte ist, eine neue Kita gebaut werden. Sechs Gruppen in einem Ensemble mit Wohnungen. Die Planung dafür ist noch flexibel, der Planungsausschuss hat bislang nur Grundsätzliches beschlossen, es existieren verschiedene Varianten dafür, wie es einmal aussehen könnte. Am Ende könnten dort gut 200 Kita-Kinder und anderthalbtausend Gesamtschüler in Stoßzeiten für reichlich Betrieb sorgen. Diakonie-Chef Bernd Gellrich spricht sich dafür aus, dass es auf diesem Gelände einer neuen Kita auch eine Ein- und Abfahrtsmöglichkeit für die Eltern geben soll.

Der Antrag der CDU war im Ursprung ein Entwurf der damaligen Großen Koalition. Weil es jedoch Meinungsverschiedenheiten darüber gab, ob in diesem Zusammenhang auch ein „Plan B“, wie es Westerheide nannte, geprüft werden sollte und die Groko scheiterte, formulierte die CDU den Antrag alleine. Plan B ist eine Prüfung, ob möglicherweise die Friedhofserweiterungsfläche als Kita-Standort in Frage kommt.

Die Stadt konnte noch keine detaillierte Stellungnahme abgeben. Stadtsprecher Max Laufer sagte, dass die von der CDU aufgeworfenen Fragestellungen zunächst zu prüfen und die Prüfungsergebnisse abzuwägen sind. In der Planungsausschuss-Sitzung kann es dazu Ausführungen der Verwaltung geben.

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